Schlafstörungen nehmen in Deutschland zu. - © picture alliance / empics
Schlafstörungen nehmen in Deutschland zu. | © picture alliance / empics

Bielefeld Was sind Schlafstörungen und warum nehmen sie zu?

Untersuchung der DAK-Gesundheit

Angela Wiese

Bielefeld. Schlafstörungen entwickeln sich immer mehr zu einer Volkskrankheit. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Demnach sind seit 2010 die Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen. Solche Zahlen nennen Fachärzte aus OWL zwar nicht. Einen Anstieg sehen aber auch sie. Im Zentrum für Schlafstörungen am Medizinischen Zentrum für Gesundheit in Bad Lippspringe beobachten Experten eine Zunahme von Schlafstörungen. Chefarzt und Leiter Dr. Wilfried Böhning glaubt aber nicht, dass Schlafstörungen in Deutschland schon ernst genug genommen werden. "Es ist unverständlich, dass so wenig Wert darauf gelegt wird", sagt Böhning und verweist auch auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Schlafmangel. Die Untersuchung der DAK-Gesundheit spricht von Folgen wie Müdigkeit und Unkonzentriertheit bei der Arbeit sowie einer steigenden Anzahl von Fehltagen. Nicht erholsamer Schlaf Das Kriterium einer Schlafstörung ist ein nicht erholsamer Schlaf, so Böhning. Er unterscheidet bei Schlafstörungen vier Arten. Ein großer Teil von Betroffenen habe demnach mit Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder dem Problem zu kämpfen, sehr früh aufzuwachen und nicht wieder einschlafen zu können. An zweiter Stelle stehe das Schlafapnoe-Syndrom, bei dem es während des Schlafens zu Atemaussetzern kommt. An dritter und vierter Stelle stehen nächtliche Bewegungsstörungen und das Restless-Legs-Syndrom. Auch Dr. Axel von Bierbrauer zu Brennstein sagt, dass immer mehr Menschen nicht gut ein- oder durchschlafen können. Ein Grund könnte die Arbeitsverdichtung sein, so von Bierbrauer. "Zum anderen verbringen wir mehr Zeit am Computer und in den sozialen Medien. Es gibt also mehr Druck und mehr Reize, denen wir ausgesetzt sind. Das macht den Schlaf schlechter", sagt der Chefarzt und Leiter des Zentrums für Schlafmedizin am Klinikum Gütersloh. Dazu komme, dass die Leute insgesamt älter werden und auch kranker. Atmungsprobleme und körperliche Schmerzen stören dann häufig den Schlaf, sagt von Bierbrauer. "Wir haben im Schlaflabor eine steigende Nachfrage und eine Wartezeit von im Schnitt vier Wochen. In anderen Regionen liegt die Wartezeit bei bis zu drei Monaten."

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