Elektronikmesse Ceatec in Japan - © Foto: Christoph Dernbach
Der ultrakompakte Sprachübersetzungscomputer von Fujitsu, der wie ein Namensschild am Körper getragen werden kann. | © Foto: Christoph Dernbach

Ceatec 2017 Fujitsu für anklippbaren Sprachübersetzer ausgezeichnet

Chiba - Der japanische Konzern Fujitsu hat auf der Elektronikmesse Ceatec einen ultrakompakten Sprachübersetzungscomputer vorgestellt, der wie ein Namensschild an Körper getragen werden kann.

Das Gerät soll vor allem in Umgebungen eingesetzt werden, in denen Smartphones oder Tablet-Computer aus hygienischen oder technischen Gründen nicht verwendet werden können, etwa in einem Krankenhaus. Es wurde am Mittwoch im dem «Ceatec Award» in der Kategorie «Offene Innovation» als eines der besten Produkte auf der Messe in Chiba bei Tokio ausgezeichnet.

Fujitsu hatte im vergangenen Jahr noch versucht, den Sprachübersetzer auf Basis eines Tablet-Computers zu entwickeln. Bei einem Feldversuch in der Universitätsklinik von Tokio habe sich jedoch herausgestellt, dass es viele Situationen gegeben habe, bei denen Ärzte und Pflegepersonal alle Hände voll zu tun hatten. Deshalb habe man von der Verwendung eines Tablets abgesehen, erklärte ein Sprecher.

Zusammen mit dem University of Tokyo Hospital und dem National Institute of Information and Communications Technology (NICT) habe man ein Gerät entwickelt, dass ohne Berührung mit den Händen bedient werden kann. Der Kompaktcomputer in der Größe eines anklippbaren Namensschildes könne außerdem den ganzen Tag getragen werden.

Fujitsu verwendet dabei eine Freisprechtechnologie, die Stimmen und Standorte von Personen erkennt und automatisch auf die richtige Sprache umschaltet. Dazu muss da Gerät nicht mit der Hand berührt werden. Der Akku des Übersetzers soll einen normalen Arbeitstag durchhalten. Das Gerät ist per Bluetooth mit dem Internet verbunden. Die eigentliche Übersetzung findet in der Cloud statt.

Der Übersetzungscomputer von Fujitsu ist Teil einer breiter angelegten Initiative der japanischen Wirtschaft, sich systematisch auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio vorzubereiten, zu denen viele Gäste aus dem Ausland nach Japan kommen werden. Der Sprachübersetzungscomputer beherrscht derzeit Japanisch, Englisch und Chinesisch und soll bis zum Start der Spiele noch weitere Sprachen erlernen.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group