Deutscher Jugendliteraturpreis - © Foto: Arne Dedert
Bonnie-Sue Hitchcock (l) aus Alaska und ihre Übersetzerin Sonja Finck gewannen den ersten Preis in der Kategorie Jugendbuch. | © Foto: Arne Dedert

Auszeichnung Jugendliteraturpreis auf der Buchmesse vergeben

Frankfurt/Main - Auf der Frankfurter Buchmesse ist am Freitagabend der mit 72 000 Euro ausgestattete Deutsche Jugendliteraturpreis vergeben worden. Die Kritikerjury prämierte je ein Bilder-, ein Kinder-, ein Jugend- und ein Sachbuch. Mit dem Sonderpreis für das Gesamtwerk wurde vor 1500 Besuchern die 89-jährige Autorin Gudrun Pausewang geehrt.

Als bestes Bilderbuch konnte sich «Hier kommt keiner durch!» (Klett Kinderbuch) von Isabel Minhós Martins mit Bildern von Bernardo P. Carvalho und in der Übersetzung von Franziska Hauffe durchsetzen. In dem stringent strukturierten Band wird die Mitte der Doppelseite zur unsichtbaren Grenze, die nicht überschritten werden darf.

In der Sparte Kinderbuch wurde «Sally Jones. Mord ohne Leiche» (Gerstenberg) des schwedischen Autors und Illustrators Jakob Wegelius ausgezeichnet, übersetzt von Gabriele Haefs. In dieser Mischung aus Abenteuerroman, Krimi und Tiergeschichte macht sich die ungewöhnliche Heldin Sally Jones, eine maschinenbegeisterte Gorilladame, auf den Weg von Lissabon bis nach Indien.

Als bestes Jugendbuch überzeugte die Jury Bonnie-Sue Hitchcocks Roman «Der Geruch von Häusern anderer Leute» (Königskinder), in der Übersetzung von Sonja Finck. Der Autorin gelinge es, die Atmosphäre, den Duft und das Lokalkolorit Alaskas in einen sprachlichen Ton zu überführen, der sofort fessle.

Sieger beim Sachbuch wurde Piotr Sochas großformatiges Bilderbuch «Bienen» (Gerstenberg), übersetzt von Thomas Weiler. Der Band besteche durch seine thematische Vielfalt ebenso wie durch die humorvolle und detailreiche Gestaltung, befand die Jury.

Beim Sonderpreis wurde Gudrun Pausewangs vielfältiges und politisch engagiertes Werk gewürdigt. Sie habe unzählige junge Leser darin bestärkt, aktiv die Zukunft mitzugestalten, hieß es. Ihr bekanntester Roman «Die Wolke», erschienen 1987 - also ein Jahr nach der Tschernobyl-Katastrophe, handelt von einer Jugendlichen, die durch einen Atomreaktorunfall zum Strahlenopfer wird. Das Jugendbuch ist noch heute in vielen Schulen Pflichtlektüre.

Erstmals wurde dieses Jahr ein Sonderpreis «Neue Talente» vergeben. Hier konnte Mario Fesler mit seinem Debüt Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer (Magellan) die Jury überzeugen.

Mit Ausnahme des Sonderpreises für das Gesamtwerk (12 000 Euro) sind alle anderen Auszeichnungen mit jeweils 10 000 Euro dotiert. Die Preise wurden von Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) überreicht.

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