Vom ehemaligen Dorf Borschemich ist heute fast nichts mehr übrig. Der Kohlebagger rückt näher. - © Matthias Schwarzer
Vom ehemaligen Dorf Borschemich ist heute fast nichts mehr übrig. Der Kohlebagger rückt näher. | © Matthias Schwarzer

Multimedia-Reportage Verlorene Orte: Die letzten Tage eines Geisterdorfs

Im Rheinland demonstrieren Aktivisten an diesem Wochenende gegen den Kohleabbau. Seit Jahrzehnten verschlingt der Tagebau in der Region ganze Ortschaften - unzählige Menschen haben bereits ihre Heimat verloren. In einer Multimedia-Reportage erzählen die Bewohner von ihrem Verlust.

Matthias Schwarzer

Erkelenz. Nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören, im kleinen rheinländischen Ort Immerath. Wo früher Menschen liebevoll ihre Gärten pflegten, wuchert nun wild das Gras. Häuser sind von Efeu bewachsen, Fensterläden verbarrikadiert. Die Straßen sind leer. Wo einst Kinder zur Schule gingen, steht heute ein leeres Gebäude, die Scheibe ist eingeschlagen. Auf dem Spielplatz keine Menschenseele. Knapp 1.500 Einwohner hatte Immerath mal - heute harren nur noch ein paar Wenige in dem Geisterdorf aus. Ein Teil des Ortes ist bereits abgerissen - der Rest wird in den kommenden Monaten verschwinden. Der Grund für den Niedergang des kleinen Dorfes ist der Tagebau Garzweiler. Unter Immerath liegt Braunkohle, die in den kommenden Jahren von RWE Power abgebaggert wird. Weil das Gemeinwohl über den Bedürfnissen der Dorfbewohner steht, wird der komplette Ort abgerissen. Samt Kirche, Friedhof und hunderten Jahren Stadtgeschichte. Aktivisten wollen an diesem Wochenende gegen den Braunkohleabbau protestieren. Doch wie ist es, wenn die eigene Heimat restlos weggebaggert wird? nw.de hat mit Bewohnern gesprochen, die seit ihrer Kindheit im Abbaugebiet Garzweiler wohnen - und mit Bürgern, deren Umsiedlung noch bevorsteht. In einer großen Multimedia-Reportage erzählen sie vom Verlust ihrer Heimatorte. Klicken Sie auf das Bild um zur Reportage zu gelangen.

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