In den ostwestfälischen Tierheimen sind viel mehr Katzen als Hunde untergebracht. - © dpa
In den ostwestfälischen Tierheimen sind viel mehr Katzen als Hunde untergebracht. | © dpa

Statistik der Woche Viele Katzen warten in einem Tierheim auf ein neues Zuhause

Hunde, Vögel und Kaninchen befinden sich in Tierheimen in Ostwestfalen-Lippe - am allermeisten sind aber Katzen dort untergebracht

Amélie Förster

Bielefeld. Der Hund wird an der Autobahnraststätte angebunden und zurückgelassen. Eine Situation, die besonders zum Start der Sommerferien häufiger vorkommt, sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. Über die Sommermonate, also von Juni bis September, würden bundesweit rund 70.000 Tiere mehr als in den restlichen Monaten des Jahres in den Tierheimen aufgenommen. In Ostwestfalen tritt dieses Phänomen nach Aussage der Tierheimleitungen tatsächlich nicht so häufig auf. Insgesamt sind in den Tierheimen der Region viel mehr Katzen als Hunde untergebracht. Oft sind es mehr als doppelt so viele. Aber auch das ein oder andere exotische Tier ist dabei. Kistenweise Katzen Im Tierheim in Paderborn sind insgesamt 135 Katzen untergebracht. Aber auch überall sonst in OWL besteht die größte Gruppe tierischer Bewohner in allen Heimen aus Katzen. Zu dieser Jahreszeit kommen besonders Katzenkinder in den Tierheimen an. Diese würden häufig in Kisten irgendwo in der Stadt ausgesetzt, niemand fühle sich für die Kleinen zuständig, sagt die Paderborner Tierheimleiterin Svenja Klein. Bis vor wenigen Jahren seien die Tiere noch direkt am Heim abgegeben worden: „Da stand dann schon mal eine Kiste Katzenbabys vor der Tür." Urlaub für Tiere Wenn Herrchen in den Urlaub reist, muss oft eine Unterbringung für das Haustier gefunden werden. Auch manche Tierheime bieten Betreuungen über den Sommer an. So zum Beispiel das Tierheim in Bad Salzuflen. Karin Göhner vom Tierschutzverein Bad Salzuflen-Lemgo sagt: „Wir haben Platz für bis zu 20 Hunde gleichzeitig. Manche bleiben nur kurz, andere sind während des dreiwöchigen Sommerurlaubs von Herrchen komplett bei uns." Weiterhin ist dort Platz für 20 Katzen und 10 Kaninchen. Für die Sommerferien sind die Plätze aber schon ausgebucht. Ein reisender Hund Im vergangenen Jahr landete das Tierheim Eichenhof in den Schlagzeilen, da dort ein Hund untergebracht wurde, der allein mit dem Zug durch Ostwestfalen gereist war. Dieser wurde in Bielefeld von der Bundespolizei aufgegriffen, nach Vlotho gebracht und später vom Besitzer abgeholt. Schon damals war auch Rüde „Charly" in Vlotho untergebracht. Der Mischling ist seit 2012 dort und sucht dringend ein neues Zuhause. Dies sollte auf einem Gelände mit viel Auslauf liegen, das er bewachen kann. Weitere Informationen zu Charly gibt es im Netz: www.tierheim-vlotho.de Seltene Gäste Ungewöhnliche Bewohner hat das Tierheim in Lübbecke in seinem Wildkatzengehege: Dort leben nämlich zwei Ziegen. Die Böcke „Pablo" und „Picasso" wurden im Februar des Jahres in Rödinghausen aufgegriffen, berichtet Sabine Gervelis, die das Tierheim leitet. Sie hofft, dass die beiden Ziegen möglichst schnell ein neues Zuhause finden. Im Bielefelder Tierheim suchen zwei Chinchillas und in Minden gleich fünf chilenische Stauchratten, auch Degus genannt, ein Zuhause. Am außergewöhnlichsten sind aber wohl die fünf Affen, die im Tierheim in Kalletal leben. Streichel-Paten Viele Tierheime der Region suchen ehrenamtliche Unterstützung ganz unterschiedlicher Art. So zum Beispiel Handwerker, Fahrer für die Tiere oder auch Menschen, die bereits vermittelte Tiere im neuen Heim besuchen. Helfende Hände werden unter anderem im Bielefelder Tierheim dringend im Katzenhaus benötigt: Von Montag bis Freitag werden Streichelpaten gesucht, die mit den Stubentigern spielen und diese ausgiebig kraulen. Barbara Snelting, die das Tierheim leitet, rät: „Interessierte sollten sich während unserer Öffnungszeiten melden."

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