Vielseitig: Die Bielefelder City aus der Luft, vorne ist der Jahnplatz zu sehen, rechts der Ostwestfalendamm. - © Jens Reddeker
Vielseitig: Die Bielefelder City aus der Luft, vorne ist der Jahnplatz zu sehen, rechts der Ostwestfalendamm. | © Jens Reddeker

Statistik der Woche Bevölkerung in OWL: Der Westen wächst, der Osten schrumpft

Trotz des demografischen Wandels steigt die Einwohnerzahl einiger Kommunen in OWL

Amélie Förster

Bielefeld. Die Altersstruktur in Deutschland verändert sich. Es gibt immer mehr alte Menschen, das gilt zum Teil auch für Ostwestfalen-Lippe, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt. Die Sterberate ist oftmals höher als die Geburtenrate und doch wachsen einige Kommunen, weil es in manchen Städten und Gemeinden mehr Zuzüge als Fortzüge gibt. Aus der Differenz der beiden Zahlen hat die Stiftung für das Jahr 2014 den sogenannten Wanderungssaldo errechnet, der auch im Onlinedatenportal „Wegweiser Kommune" dargestellt wird und sich auf je 1.000 Einwohner bezieht. Aus der Bilanz ergibt sich, wie viele Einwohner eine Kommune durch Wanderung gewinnt oder verliert. Viele Umzüge in Bad Lippspringe Der Kurort im Kreis Paderborn zählt zu den Städten in OWL, deren Wanderungssaldo besonders hoch ist. Besonders die Zuzüge sind in der Stadt mit 81 im Jahr 2014 unter den Top Fünf dabei. Galina Fritsler vom Einwohneramt der Stadt hat dafür eine eindeutige Erklärung: „Die Stadt ist wunderschön und infrastrukturell gut erschlossen. Hier gibt es alles, was man braucht." Außerdem sei die zentrale Lage zwischen Detmold und Paderborn sicher ein weiterer Grund. Trotz allem schrumpft Bad Lippspringe im Jahr 2014 leicht und verliert insgesamt 23 Einwohner. Geburtenrate Die Geburtenrate ist in den meisten Kommunen der Region niedriger als die Sterberate. Es gibt aber auch Teile der Region, in denen sich die demografische Entwicklung anders gestaltet. Hannah Amsbeck ist bei der Bertelsmann Stiftung als Projektmanagerin für das Portal „Wegweiser Kommune" tätig und erklärt die Wichtigkeit der Zahlen: „Die Auswertung ist für Städte interessant, weil sie sich auf die Bevölkerungsentwicklung infrastrukturell vorbereiten müssen." Gemeint ist damit zum Beispiel die Einrichtung von Kindergärten oder Seniorenheimen. Der Trend in NRW Das Bundesland Nordrhein-Westfalen wächst. Dies zeigt sich daran, dass der natürliche Saldo, das heißt, die Rate, die sich aus Geburten- und Todesfällen errechnet, niedriger ist als der Wanderungssaldo. Werden die beiden Zahlen gegeneinander gerechnet, ergibt sich daraus, dass auf 1.000 Einwohner je ein Neubürger kommt. Die meisten Zu- und Fortzüge über die Landesgrenzen innerhalb Deutschlands verzeichnet das Bundesland laut IT.NRW im Jahr 2014 übrigens aus und nach Niedersachsen. Wie viele sich davon in OWL niedergelassen haben, ist dort nicht erfasst. Viele Abwanderungen in Lügde Die Stadt Lügde im Kreis Lippe – Vergleichbares gilt übrigens auch für die Nachbarstadt Schieder-Schwalenberg – ist besonders stark von Abwanderung betroffen. Der Wanderungssaldo liegt hier bei -9,8 Personen je 1.000 Einwohner. Als Grund für die starke Abwanderung vermutet die stellvertretende Bürgermeisterin Katrin Buhr: "Es fehlt an Arbeit. Wenn kleine und mittelständische Betriebe, die den ländlichen Raum prägen, aufgeben, sind Arbeitnehmer dazu gezwungen wegzuziehen, um den Lebensunterhalt zu sichern." Kreis Gütersloh Einzig die Kommune Borgholzhausen verliert im Kreis Gütersloh durch den Wanderungssaldo. Dafür liegen die Geburtenraten gleich in vier Städten (Harsewinkel, Verl, Schloss Holte-Stukenbrock und Rietberg) knapp über der Sterberate. Der Kreis wächst also. Deutlich zeigt sich dies in der Kreisstadt Gütersloh selbst: Rund 600 Einwohner hat die Stadt im Jahr 2014 durch den Wanderungssaldo gewonnen, auch der natürliche Saldo ist hier niedrig (-0,8). Ungewöhnlich: In Schloss Holte-Stukenbrock sind übrigens genauso viele Leute zu- wie fortgezogen.

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