Zügig: An vielen Orten der Region wurde der Bahntakt verbessert, zusätzlich wurden Strecken ausgebaut. - © dpa
Zügig: An vielen Orten der Region wurde der Bahntakt verbessert, zusätzlich wurden Strecken ausgebaut. | © dpa

Statistik der Woche In OWL nutzen immer mehr Fahrgäste die Bahn

Die meisten Bahnhöfe in der Region verzeichnen mehr Ein- und Aussteiger / Grund sind vielerorts Verbesserungen des Taktes und Streckenausbauten

Franz Purucker

Bielefeld. Im Vergleich zu 1996 fahren im Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), zu dem auch OWL zählt, 38 Prozent mehr Züge. Die Nachfrage hat sich in dieser Zeit auf 33 Millionen Fahrgäste pro Werktag mehr als verdoppelt. Der Streckenausbau und mehr Zugfahrten, beispielsweise zwischen Bielefeld und Minden, sorgen für mehr Ein- und Aussteiger an fast allen großen Bahnhöfen der Region. nw.de hat für die „Statistik der Woche" die Fahrgastzahlen in OWL ausgewertet und dafür unter anderem mit Hubertus Meier vom NWL gesprochen. Die Zahlen Die Grafiken zeigen die Fahrgastzahlen der Bahnhöfe in Ostwestfalen-Lippe. Verglichen wird das Jahr 2008 mit dem Jahr 2014. Auffällig bei den kleineren Bahnhöfen: Nur Altenbeken hat Fahrgäste verloren. Der Vergleich der Fahrgastzahlen, ebenfalls in den Jahren 2008 und 2014, der größeren Bahnhöfe in OWL: Bahnhofskategorien Nach Ausstattung und Reisendenaufkommen kategorisiert die Bahntochter „DB Station & Service" die bundesweit 5.400 Bahnhöfe in sieben Kategorien. Die 21 größten Bahnhöfe, wie Hannover, fallen unter die Kategorie 1. Die 87 wichtigen Halte im Fernverkehr haben die Kategorie 2, darunter vier Bahnhöfe in OWL. Diese Stationen verfügen über mehrere Bahnsteige und einen Serviceschalter. Bahnhöfe der Kategorie 3 haben Aufzüge oder Fahrtreppen, Einrichtungen der Kategorie 4 nur eine funktionale Ausstattung, wie etwa Unterstellmöglichkeiten. Gebühr fürs Halten Jedes Eisenbahnunternehmen, in OWL die Deutsche Bahn, die Westfalenbahn, die Nordwestbahn und die Eurobahn, muss für das Halten eine Stationsgebühr an den Betreiber der Bahnhöfe zahlen. Nach der teuersten Kategorie 1, die in OWL nicht vorkommt, sind die Kosten mit 15,54 je Halt in der Kategorie 2 am höchsten. Für Stopps der Kategorie 3 zahlen die Unternehmen in OWL jeweils 7,57 Euro, in der vierten Kategorie 5,35 Euro. Hinzu kommt die als Trassengebühr bezeichnete Schienenmaut. Beide zusammen machen um die 50 Prozent der Bahnkosten aus. Starke Strecken Zwischen Bielefeld und Minden konnten in den vergangenen acht Jahren besonders viele Fahrgäste gewonnen werden. Hintergrund: 2008 fuhren die Züge dort größtenteils noch im Stundentakt, 2014 bereits im 
30-Minutentakt. In Bielefeld ist der prozentuale Zuwachs wegen des hohen Ausgangswertes vergleichsweise gering. Mehr Reisende erwarten die Verkehrsplaner auch auf der Linie Bielefeld-Paderborn, wo seit Sommer 2015 halbstündlich statt stündlich gefahren wird. Auch verbesserte Umstiegsmöglichkeiten zwischen Bus und Bahn sorgen für mehr Passagiere. Altenbeken verliert Altenbeken ist eines der wenigen Beispiele für einen Rückgang an Fahrgästen. Mit der starken Ausdünnung des Fernverkehrs an dem Bahnhof steigen weniger Passagiere in den Nahverkehr um. Gleichzeitig wurde die Regionalexpresslinie zwischen Detmold und Altenbeken ausgedünnt, weil der Zug seine Funktion als Zubringer zum Fernverkehr verlor. Wie bedeutend der Fernverkehr für Bahnhöfe ist, zeigt das Beispiel Bielefeld. Zu den 30.000 Nahverkehrsreisenden kommen etwa 15.000 bis 20.000 Passagiere im Fernverkehr dazu. Reisendenerhebung Neben dem Schaffner fragen in den Zügen auch sogenannte Verkehrserheber nach der Fahrkarte. Aktuell laufen wieder solche Umfragen. Viele Bahntickets, wie beispielsweise im Verkehrsverbunds „der Sechser", gelten auch für die Nutzung von Bus und Straßenbahn an Start- und Zielort. Um diese Einnahmen entsprechend unter den Verkehrsunternehmen aufzuteilen, wird erhoben, ob beispielsweise in Bielefeld die Stadtbahn zum Bahnhof genutzt wurde. Aus diesen Informationen werden auch die Reisendenzahlen der Bahnhöfe hochgerechnet.

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