Alleinerziehende Eltern in OWL. - © dpa
Alleinerziehende Eltern in OWL. | © dpa

Statistik 53.000 Kinder in OWL leben bei alleinerziehenden Eltern

Jedes siebte Kind in OWL lebt in einer Trennungsfamilie / In Städten ist der Anteil besonders hoch

Elena Gunkel

Bielefeld. In OWL leben rund 216.000 Familien mit minderjährigen Kindern. In 37.000 dieser Familien kümmert sich nach Angaben von IT NRW nur ein Elternteil um die Erziehung der Kinder. Somit liegt der Anteil an Familien mit alleinerziehenden Müttern oder Vätern in OWL bei rund 17 Prozent und so noch unter dem landesweiten Durchschnitt von 19,3 Prozent. Warum die Zahl alleinerziehender Mütter in der Region deutlich höher ist, als die alleinerziehender Väter, welche Unterstützungsangebote es für Alleinerziehende gibt und wie Eltern, die kurz vor der Trennung stehen, diese schwierige Zeit für das Kind möglichst schmerzlos gestalten können, erklärt Elena Gunkel in der Statistik der Woche. So verteilen sich die alleinerziehenden Väter und Mütter in den OWL-Kommunen: Trennungskinder In der Trennungsphase sind das Jugendamt, Frauenhäuser, das Jobcenter und die Stadtverwaltung die wichtigsten Ansprechpartner für Eltern. Die Unterstützung eines Psychotherapeuten für Erwachsene oder Kinder wird hingegen nur selten nachgefragt. „Eine Psychotherapie für Kinder kann dann hilfreich sein, wenn die Trennung der Eltern viele Narben beim Kind hinterlassen hat", erklärt Yvonne Ückermann von der Diakonie Bielefeld. In jedem Fall sollten die Eltern versuchen, das Kind nicht mit Schuldgefühlen oder Loyalitätskonflikten belasten. Großstadt Leben in Großstädten mehr Alleinerziehende als in ländlichen Regionen? In Bielefeld bilden Haushalte mit nur einem Elternteil nach Angaben von IT NRW nahezu ein Fünftel aller Familien mit minderjährigen Kindern ab (7.000 von rund 36.000 Familien). Die zweithöchste Quote in OWL hat der Kreis Paderborn mit 18,2 Prozent aller Familien. Einer der möglichen Gründe für diese Entwicklung: In einer Stadt ist es für Paare einfacher, zwei kleinere Wohnungen nach der Trennung zu finden, vermuten Mitarbeiter der Jugendämter. Jobvermittlung Eine der größten Herausforderung für Alleinerziehende: Arbeitszeiten, die mit der Kinderbetreuung verweinbar sind. Um alleinerziehende Mütter und Väter bei der Suche nach einem passenden Job zu unterstützen, hat das Bielefelder Jobcenter spezielle Angebote im Programm. Außerdem kooperiert das Jobcenter mit dem Fördernetzwerk für alleinerziehende Mütter „Aline" und informiert die Zielgruppe intensiv über die Möglichkeiten zur Berufsausbildung in Teilzeit, erklärt die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Rosemarie Baumeister. Angebote Diverse Beratungsstellen unterstützen Alleinerziehende bei Erziehungsfragen und stehen ihnen zur Seite, wenn das getrennte Paar seine Elternrolle noch zu klären hat. Ob Mütter-Cafés oder Selbsthilfegruppen – die meisten Angebote beziehen sich auf Frauen, erklärt Yvonne Ückermann, Mitarbeiterin der Diakonie Bielefeld im Bereich der Erziehungs-, Familien- und Krisenberatung. Angebote für alleinerziehende Väter sowie Väter, die gerne Kontakt zu ihren Kindern möchten, seien aber ebenso wichtig und werden deshalb zunehmend berücksichtigt. Väter Alleinerziehende Väter sind selten. In OWL liegt deren Anteil nach Angaben von IT NRW bei 11,3 Prozent. Der Anteil steigt jedoch. Zum Vergleich: 2012 waren es noch 9,8 Prozent. „Vieles hängt von den Lebensbedingungen vor der Trennung ab", sagt Gabriele Linek vom Sozialdienst der katholischen Frauen. „In der Regel liegt die Kinderbetreuung in den Händen der Frau." Deutschlandweite Studien zum Bild alleinerziehender Väter zeigen: Die Wenigsten von ihnen sind ledig oder verwitwet. Zwei Drittel sind sie geschieden oder leben getrennt von der Ehefrau.

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