Die Schülerzahlen in Ostwestfalen-Lippe sinken weiter.  - © dpa
Die Schülerzahlen in Ostwestfalen-Lippe sinken weiter.  | © dpa

OWL Sinkende Schülerzahlen: Wie sich die Schullandschaft in OWL verändert

Über Herausforderungen für die Bildungseinrichtungen in der Region

Elena Gunkel

Die Schullandschaft in Ostwestfalen-Lippe spiegelt die landesweite negative Tendenz wider: Mit 238.190 Schülern gibt es in der Region im laufenden Schuljahr 1,7 Prozent weniger Schulkinder als im Vorjahr. Die Folge der sinkenden Schülerzahlen sind unter anderem Schulschließungen: Heute gibt es in Ostwestfalen-Lippe nach Angaben der Bezirksregierung Detmold 193 Schulen weniger als im Schuljahr 2007/08. Welche Folgen hat diese Entwicklung für die Schullandschaft der Region? Wie wird mit den schulpflichtigen Flüchtlingskindern umgegangen? Und was sind die wichtigsten Herausforderungen, die die Schulen in den kommenden Jahren bewältigen müssen? Realschulen Die interaktive Grafik für den Kreis Gütersloh zeigt exemplarisch: Neben den Hauptschulen verlieren die Realschulen in OWL am schnellsten an Popularität. Die einzige Ausnahme in dieser Hinsicht ist die Stadt Bielefeld. Dort ist die Anzahl der Kinder an den Realschulen im Vergleich zu 2014 sogar um 4,6 Prozent gewachsen (Die Grafiken für Bielefeld und weitere Kreise aus OWL finden Sie auf Seite 2). „In der Tat ist die große Beliebtheit der Realschulen in Bielefeld eine Besonderheit", sagt der dortige Schulamtsleiter Georg Müller. Vor drei Jahren haben sich die Eltern in zwei Stadtteilen bewusst gegen den Ersatz der Realschulen durch Sekundarschulen entschieden. Zukunftsaufgaben Der Ausbau des Inklusionsbereichs, der künftig das Lernen in kleineren Gruppen ermöglichen soll, und die Barrierefreiheit auf den Schulhöfen und in den Schulgebäuden sind laut Andreas Moseke von der Bezirksregierung Detmold einige der wichtigen Aufgaben, mit denen sich die Schulen zurzeit beschäftigen. Eine weitere Herausforderung ist die schulische Bildung der Flüchtlingskinder, die entweder in Einzelbetreuung (in den Grundschulen) oder in internationalen Förderklassen unterrichtet werden. Ende 2015 gab es in OWL 330 solcher Klassen. Schließungen Die Anzahl der Schulen in OWL ist in den vergangenen Jahren gesunken und liegt aktuell bei 588. Im Schuljahr 2007/08 gab es in OWL noch 781, vor einem Jahr 612 Schulen. „Bei geringer Zahl von Anmeldungen werden keine Eingangsklassen gebildet, die Gesamtzahl der Klassen und der Unterrichtsstunden sinkt", erklärt Andreas Moseke, Pressesprecher der Bezirksregierung Detmold, Ursache und Folge. Doch nun sei der Umbau der Schullandschaft in OWL weitgehend abgeschlossen. Auch die Anzahl der genehmigten Gründungen sei seit einem Jahr konstant. Sanierungsbedarf Undichte Fenster, Schimmel, marode Toiletten – laut einer repräsentativen WDR-Umfrage vom Februar 2016 weisen die meisten Schulen in NRW einen hohen Sanierungsbedarf auf. In OWL sind jedoch bei weitem nicht alle Schulen von diesem Problem betroffen. „In den 1970er Jahren wurden an den Schulen viele Materialen verbaut, die heute als gefährlich gelten. Deswegen haben wir in Bielefeld frühzeitig mit der Sanierung und dem Umbau angefangen", sagt Georg Müller. Nun steht die Sanierung der Schulhöfe und der Sporthallen auf der Tagesordnung. Lehrkräfte Rund 6.000 Kinder mit geringen oder fehlenden Deutschkenntnissen sind nach Angaben der Bezirksregierung Detmold aktuell in OWL eingeschult. In den 481 Lehrerstellen, die zum neuen Halbjahr den Schulen in OWL zugewiesen wurden, sind 96 Stellen für sogenannte internationale Förderklassen und 208 Stellen aufgrund der erhöhten Schülerzahlen enthalten. Weitere 53 Lehrkräfte auf diesen 481 Stellen bilden sich im Bereich Deutsch als Zweitsprache fort. „Mit diesen Stellen ist der derzeitige Bedarf an Lehrern in OWL gut gedeckt", sagt Andreas Moseke. Die Schülerzahlen für Ostwestfalen-Lippe

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