Wirtschaft „Größer und schneller“

Interview: Andreas Barduna ist Leiter des Geschäftsbereichs Miele Professional. Umsatz von einer halben Milliarde Euro ist zum Greifen nah

Zuversichtlich: Miele-Manager Andreas Barduna. - © Foto: Miele
Zuversichtlich: Miele-Manager Andreas Barduna. | © Foto: Miele

Herr Barduna, Miele steht für Waschmaschinen, Staubsauger, Spülmaschinen. Was genau bietet Miele Professional?

Andreas Barduna: Zum Beispiel ebenfalls Waschmaschinen und Spülmaschinen, die aber für den gewerblichen Einsatz ausgelegt sind. Diese Geräte sind oft größer und auch schneller, etwa im Fall unserer Gewerbespüler mit nur wenigen Minuten Laufzeit. Außerdem sind diese Modelle noch robuster konstruiert als unsere Geräte für den privaten Haushalt, da sie nicht selten den ganzen Tag über ununterbrochen im Einsatz sind. Ein dritter wichtiger Produktbereich von Miele Professional ist die Labor- und Medizintechnik mit Geräten zur Reinigung, Desinfektion und Sterilisation.

An welche Kunden wenden Sie sich?

Barduna: Praktisch an alle Unternehmen, Behörden und sonstige Einrichtungen, die größere Mengen Wäsche, Geschirr und/oder medizinische Güter waschen, spülen beziehungsweise professionell aufbereiten müssen. Wichtige Kundengruppen sind beispielsweise Hotels und Restaurants, Gebäudereiniger, Seniorenheime oder Waschsalons. Miele Professional stattet aber auch Labore, Feuerwehren, Bohrinseln und Kreuzfahrtschiffe aus, und dies auf der ganzen Welt.

Der Bereich Medizin bietet noch viele weitere Möglichkeiten. Weiten Sie das Angebot in Richtung Medizintechnik noch aus?

Barduna: Ja, das ist ein kontinuierlicher Prozess. Seit 2010 haben wir in allen relevanten Größen auch Sterilisationsautomaten im Programm. Damit sind wir in der Lage, in großen Kliniken die Zentralen Sterilgutversorgungsabteilungen, die sogenannten ZSVAs, komplett zu planen, auszustatten und zu servicen. Die Palette der aufzubereitenden Teile reicht von einfachem OP-Besteck über hochkomplizierte Instrumente für mikroinvasive Eingriffe bis hin zu ganzen Betten. Plant also ein Krankenhaus den Neubau oder die Renovierung seiner ZSVA, genügt ein Anruf und wir kümmern uns um alles. Und für die Übergangszeit bieten wir den Kliniken neuerdings eine komplett ausgestattete mobile ZSVA zum Mieten an. Diese Einheit wurde mit Erfolg schon in Belgien und der Schweiz eingesetzt und kommt jetzt auch in Australien zum Zuge.

Welches Gewicht hat Miele Professional im Gesamtkonzern? Und wird sich dieses Gewicht noch vergrößern?

Barduna: Der Professional-Anteil am Gesamtumsatz liegt aktuell bei 13 Prozent, bei steigender Tendenz und mit Wachstum in allen Bereichen, in Übersee sogar zweistellig. Für das zu Ende gehende Kalenderjahr rechnen wir hier mit einem Umsatz von 490 Millionen Euro, was einem Plus von 5,6 Prozent entspricht. Die halbe Milliarde ist also greifbar nah.

Zur Eröffnung der Medica ist Markus Miele persönlich gekommen. Was die Bedeutung der Messe für das Unternehmen zeigt. Wie ist die Messe gelaufen?

Barduna: Wir sind sehr zufrieden, an den vier Messetagen waren mehr als 1.000 potenzielle Kunden aus mehr als 50 Ländern bei uns zu Gast, und die Resonanz war durchweg positiv. Dies gilt vor allem für die neuen Großsterilisatoren, die im Mai auf den Markt kommen und die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit in den ZSVAs noch weiter erhöhen wird. Den nächsten großen Auftritt mit unserer Medizintechnik haben wir auf der ArabHealth im Januar in Dubai geplant.

Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group