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Paderborn Die Liftkarten gab's im Telefonhäuschen

Abfahrtslauf im Dunetal (2): Britische Pioniere sprengten alte Baumstümpfe aus dem Hang

Jochem Schulze

Paderborn. Am vergangenen Montag hat sich diese Kolumne mit den Anfängen des Skisports im Dunetal beschäftigt. Der erlebte ab 1968 nochmals einen enormen Aufschwung. Denn in diesem Jahr wurde in einer großen Gemeinschaftsaktion ein imposanter Schlepplift errichtet. Die Mitglieder des Ski-Clubs um den Präsidenten Heinz Mühlendiek leisteten enorme Eigenleistungen. Die Baufirma Herbert Schulte stellte die Maschinen. Britische Pioniere sprengten in einer Übung alte Baumstümpfe aus dem Weg und planierten den Hang. Das Unternehmen Benteler spendierte zwölf Peitschenmasten für die Beleuchtung in den Abendstunden. Die wichtigste Unterstützung aber kam von Heinz Nixdorf. Der Computerpionier beschaffte Motor, Getriebe, Elektronik, Stahlseile sowie viele andere Teile und stellte seine Werkstätten für die Montage zur Verfügung. Schließlich wurde eine insgesamt 360 Meter lange Anlage erstellt, die die Sportler auf 20 Schlepptellern vom Talgrund in 255 Metern Höhe bis auf 315 Meter beförderte. Eine ausrangierte und rustikal mit rohen Brettern aufgehübschte Telefonzelle diente als Kassenhäuschen. Regelmäßig wurden im Dunetal nun Titelkämpfe ausgetragen. Die Skiklubs aus OWL und die Britische Rheinarmee ermittelten ihre alpinen Meister. In manchen Wintern war der beliebte Lift von Dezember bis März in Betrieb. Als die Winter ab der Mitte der 80er Jahre deutlich milder wurde, endete die Geschichte des Skisports im Dunetal. Haben Sie auch eine Frage, liebe Leserinnen und Leser? Dann schreiben Sie uns unter paderborn@nw.de oder an die Gertrud-Gröninger Straße 12 in 33102 Paderborn. Wir versuchen, Ihre Fragen zu beantworten und veröffentlichen Antworten immer montags an dieser Stelle.

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