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Paderborn Zum Abfahrtslauf ins Paderborner Land

Superwinter 1962/63: "Beängstigende Stürze" bei den ersten Paderborner Ski-Meisterschaften

Jochem Schulze

Paderborn. Ausgerechnet in Paderborns fünfter Jahreszeit beschäftigt sich diese Kolumne mit einem Winterthema. Denn es wurde nach dem Skilift im Dunetal zwischen Neuenbeken und Schwaney gefragt. Diese für das Paderborner Land doch eher ungewöhnliche Anlage war tatsächlich von 1964 bis zur Mitte der 1980er Jahre in Betrieb. Den Anstoß zu diesem durchaus wagemutigen Bau hatte der Ski-Club Paderborn gegeben. Der hatte sich im Winter 1959/1960 aus der Sektion Paderborn des Deutschen Alpenvereins (DAV) heraus gegründet. Der Klub fand schnell Zulauf. Hesters Stuben am Bahnübergang Rosentor wurden zum Vereinslokal. Mit dem Bus ging es nach Winterberg und nach Österreich. Dann kam der "Superwinter" 1962/63. Ab Dezember lag auch in Paderborn eine geschlossene Schneedecke. Aus der Egge wurden "alpine" Verhältnisse gemeldet. Und so organisierte der Ski-Club in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund, dem DAV und dem damaligen Kreisjugendpfleger Karl Schreckenberg in der Dune die "1. Egge-Ski-Meisterschaften". Am Sonntag, 3. März 1963, wurden in den Disziplinen Abfahrt, Torlauf und Alpine Kombination die Titel in Frauen-, Männer- und Jugendklassen vergeben. 58 Männer, 10 Frauen und 7 Jugendliche stürzten sich bei strahlendem Sonnenschein den wahrlich steilen Hang hinunter. "Einige Stürze sahen beängstigend aus. Der Malteser-Hilfsdienst brauchte aber nicht ernstlich eingreifen", hieß es in einem Augenzeugenbericht. Nur einen Winter später wurde der erste Lift im Dunetal errichtet. Darüber mehr am nächsten Montag.

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