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Paderborn Erinnerungen an Helmut Kohls Auftritte in Paderborn

Jubel und Proteste: Die Besuche des Kanzlers waren manchmal nicht umunstritten

Jochem Schulze

Paderborn. Der Tod von Helmut Kohl lenkt den Blick auf die Verbindungen des Altkanzlers mit Paderborn. Dass der langjährige CDU-Vorsitzende diese Hochburg seiner Partei vergleichsweise oft besucht hat, nimmt kein Wunder. Allerdings waren seine Abstecher an die Pader auch mehrfach von Protesten begleitet. So im Juni 1993, als Kohl zur Wiedereröffnung des Diözesanmuseums kam und Demonstranten auf dem Domplatz sein Fernbleiben bei der Beerdigung der Opfer des Brandanschlags in Solingen kritisierten. Drei Jahre später nahm der Kanzler an der Eröffnung des Heinz Nixdorf Museumsforums teil. Vor der Tür des Computermuseums demonstrierten Ende Oktober 1996 mehrere Hundert Gewerkschaftler gegen die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung. Diese hatte wenige Tage zuvor die Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle um 20 Prozent gekürzt. Der Besuch im HNF war bereits die fünfte Reise des Oggersheimers nach Paderborn. Weitere schlossen sich nach dem Ende der Kanzlerschaft an. So zur Verleihung der St. Liborius-Medaille des Erzbistums Paderborn im Jahr 1999 (daran erinnerte die NW bereits am Samstag). Im Mai 2004 unterstützte Kohl seine Partei im Europawahlkampf und wurde von mehr als 1.000 Anhängern im Schützenhof lautstark gefeiert. Dort hatte der Altkanzler auch im Oktober 2001 zum Tag der Deutschen Einheit gesprochen. Nach der Rede und vor der Rückreise nach Ludwigshafen wurde noch im Brauhaus gegessen. Und hier bekam Kohl einen Bierkrug mit seinem Foto und seinem Namen überreicht. Den hatte Gastwirt Helmut Mlyneck aber bereits elf Jahre zuvor eigens anfertigten lasen. 1990 sollte Kohl nach einem Wahlkampfauftritt im Deutschen Haus speisen. Weil aber Kohls Security das Restaurant wegen eines damals fehlenden zweiten Ausgangs als nicht sicher genug befand, wurde das Essen abgesagt. Der Bierkrug aber bekam eine zweite Chance.

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