Salzkotten Der Nachwuchs feiert sich selbst

4.700 Aktive machen die Bundesjungschützentage in Salzkotten zu einem Erfolg

VON ANDREAS GÖTTE
Rund 4.700 Jungschützen marschierten gestern durch die Salzkottener Innenstadt. Mit ihren verschiedenen Uniformen, Fahnen und Standarten sorgten sie auf der gesperrten Bundesstraße 1 über eine Stunde lang für ein farbenfrohes Bild. - © FOTO: ANDREAS GÖTTE
Rund 4.700 Jungschützen marschierten gestern durch die Salzkottener Innenstadt. Mit ihren verschiedenen Uniformen, Fahnen und Standarten sorgten sie auf der gesperrten Bundesstraße 1 über eine Stunde lang für ein farbenfrohes Bild. | © FOTO: ANDREAS GÖTTE

Salzkotten. Zwischen 50.000 und 70.000 Schützen sind nach Angaben von Landrat Manfred Müller im Kreis Paderborn aktiv. Seit Freitagabend hatte bei den erstmals in der Sälzerstadt stattfindenden Bundesjungschützentagen vor allem die Schützenjugend das Zepter in der Hand.

Rund 1.650 Jungschützen aus sechs Diözesen des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften waren an den Hellweg gekommen, um auf der Grundlage gemeinsamer Werte Gemeinschaft zu erleben und sich zu feiern.

Fast drei Jahre lang hatte die ausrichtende St.-JohannesSchützenbruderschaft auf das Wochenende hingefiebert und angesichts der Auflagen für derartige Großveranstaltungen so manche Hürde wie beispielsweise Extra-Fluchttreppen für die vielen jungen Übernachtungsgäste in den Schulen (die NW berichtete) erfolgreich genommen. Die Ausrichtung der Veranstaltung ist noch aufwändiger als die eines Kreisschützenfestes, war zu hören.

Rund 500 ehrenamtliche Helfer aus den verschiedenen Sälzer Vereinen hatten für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Allein die abendlichen Feten mit Live-Bands lockten bis zu 2.000 Jungschützen an. Mit dabei waren unter anderem auch der Arbeiter-Samariterbund aus Bielefeld und die Freiwillige Feuerwehr. Sie hatte laut Wehrführer Alfons Bunte eine Wache am Gerätehaus eingerichtet und kooperierte mit Sanitätern und dem Wachschutz.

Die ganzen Tage über stark beschäftigt war auch Dr. Manfred Werner von den Salzkottener Schützen. Er war für das Rahmenprogramm abseits der Wettkämpfe im Schießen und den Fahnenschwenkerwettbewerben zuständig.

Die Jungschützen erkundeten bei Ausflügen das Paderborner Land, durften mit Experten Judo ausprobieren, stellten ihr Geschick bei einem Menschenkicker und bei der vom Hederauenfest bekannten Sälzer Olympiade unter Beweis. Sie feierten mit Bundespräses Dr. Heiner Koch einen Jugendgottesdienst oder ließen sich bei der Paderborner Friseurinnung für die abendlichen Partys mit zwei Live-Bands ordentlich stylen. Auch Bürgermeister Michael Dreier machte mit und saß plötzlich im Frisierstuhl - wie so manche Mutter vom Schützennachwuchs auch. "Die Grundidee ist bei allen gleich, man versteht sich. Überall sind junge Leute, die Kneipen sind voll", sagt Jungschütze Lukas Werner aus Salzkotten.

Beim Empfang durch die Stadt am Samstagabend im Rathaus lobte Bundesjungschützenmeister Mario Schäfer die Gastgeber. "Wir fühlen uns wohl in dieser wunderschönen Sälzerstadt", betonte er. So ein Fest der Begegnung sei nicht mehr selbstverständlich. Zugleich appellierte er auch an die Politiker, einen Runden Tisch einzuberufen, um die strengen Auflagen bei der Ausrichtung derartiger Feste zu reduzieren und sprach von einem Hilferuf eines Jugendverbandes. Ähnlich sah es auch der Bürgermeister. "Wir brauchen klare Rahmenbedingungen, die nicht überzogen sein dürfen, sonst werden solche Feste so nicht mehr stattfinden können", so Dreier.

Landrat Manfred Müller sprach von der Schützenregion Paderborn. Die Menschen bräuchten in einer globalen Welt einen Bezug zu Tradition und Gemeinschaft, betonte er. Ein positives Fazit zog auch Diözesanjungschützenmeister Manuel Tegethoff. Salzkotten habe die Bundesjungschützentage mit Bravour gemeistert. Die viele Arbeit sei mit Geld gar nicht zu bezahlen.

Nach dem Festzug durch die geschmückte Innenstadt klang gestern das Stelldichein der Schützenjugend mit einem Bühnenprogramm in der Sälzerhalle mit heimischen Vereinen, darunter Zumba zum Mitmachen, aus.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group