Traumhafte Bergwelten: Dieses Foto entstand auf der Schiara, dem letzten Dolomitengipfel im Süden, in Richtung Norden. In den Wolken stecken die Marmolada und die Sella Gruppe. - © Stefan Fricke
Traumhafte Bergwelten: Dieses Foto entstand auf der Schiara, dem letzten Dolomitengipfel im Süden, in Richtung Norden. In den Wolken stecken die Marmolada und die Sella Gruppe. | © Stefan Fricke

Salzkottener wandert für guten Zweck über die Alpen

Extremtour: Salzkottener Stefan Fricke legt mit Hartin Hengesbach aus Meschede in 14 Tagen die Strecke von München nach Venedig zurück. Der Erlös der Tour ist für das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe

Hartmut Kleimann

Salzkotten. Stefan Fricke, Unternehmer aus Salzkotten, ist dafür bekannt, in seiner Freizeit gerne weite Wege und am liebsten hoch hinaus zu gehen. Berge sind seine Leidenschaft und neben dem Kilimandscharo in Afrika hat er unter anderem auch schon den 6.189 Meter hohen Island Peak im Himalaya erklettert. Seine jüngste Tour führte den Salzkottener auf etliche Berge der Alpen, denn gemeinsam mit Martin Hengesbach aus Meschede nahm er sich den Traumpfad von München nach Venedig vor. 500 Kilometer mit rund 20.000 Höhenmetern. In zwölf Tagen wollte das Duo diese Herausforderung meistern, schließlich wurden 14 Tage daraus, was aber der sportlichen Leistung keinen Abbruch tut. Die Idee zu dieser „Wanderung" entstand bei einem Vortrag in Meschede. Ursprünglich wollte auch Ausdauerjunkie und Musiker Joey Kelly mitwandern, dann aber hätte die Vorgabe geheißen: Zehn Tage und ohne Geld in der Tasche. Kelly aber musste durch das erfolgreiche, musikalische Comeback seiner Kelly-Family und entsprechenden Tournee-Verpflichtungen absagen. So wurde aus einem Trio ein Duo. Start in München Los ging es am Rathausplatz in München in Richtung Wolfratshausen. „Da sind wird so richtig nass geworden. Aber anschließend hatten wir nur noch Bilderbuchwetter", berichtet Fricke von einer Tour, bei der es täglich Marathondistanzen und mehr zu bewältigen galt. Als Antrieb diente aber nicht nur der Wille, die Herausforderung zu schaffen, sondern auch ein guter Zweck. Denn bereits im Vorfeld hatte das Autohaus Fricke in Salzkotten und die Dienstleistungsgruppe Salzkotten pro Kilometer zwei Euro ausgelobt. Auch Martin Hengesbach, im wirklichen Leben Ernährungsberater, fand im Vorfeld Personen, die sich für die gute Sache engagieren wollten. So sind bis heute rund 4.000 Euro zusammengekommen. Noch bis zum Jahresende läuft die Spendenaktion, dann soll das gesammelte Geld dem Kinder und Jugendhospiz Balthasar in Olpe gespendet werden. Indirekt war diese Aktion unterwegs in schwierigen Momenten, die es auf so einer langen Wanderung unweigerlich gibt, eine zusätzliche Motivation. Natürlich war der Weg mit atemberaubenden Landschaften und Bergwelten das Ziel, aber rund 15 Kilo auf dem Rücken sorgten für ein zusätzliches Handicap. „Wenn unterwegs die Sprache auf die Sammelaktion kam, war die Reaktion der Menschen darauf überragend und noch herzlicher. Überhaupt habe ich so viele nette Menschen noch nie erlebt", berichtet Fricke von seinen Eindrücken. Bedingt durch nicht einplanbare Wettereinbrüche erreichte das Duo auf der Tour nicht alle Pässe, die es sich vorgenommen hatte. „Da war die Enttäuschung schon groß", gibt Fricke zu. Andererseits war die Hilfsbereitschaft auch sehr wichtig, „als wir beispielsweise bei dem Anstieg zur Lizumer Hütte wegen Schneefalls von einem Hüttenwirt zurückgeschickt wurden." Ziel der Markusplatz in Venedig So gab es dann schon mal den einen oder anderen Umweg, auch weil es keine durchgängige Ausschilderung dieses Traumpfades gibt. „Mal hing irgendwo im Wald ein Schild, dann 50 Kilometer wieder gar nichts. Klar haben wir da manchmal geflucht, aber es hat auch unseren Entdeckerinstinkt geweckt", so Fricke. Am 14. Tag erreichten die beiden den Markusplatz in Venedig. „Ein Gänsehautgefühl verbunden mit feuchten Augen", beschreibt der Salzkottener den Moment der Ankunft. Eine eiserne Disziplin war aber nicht nur in den 14 Tagen der Tour unumgänglich. Auch die Vorbereitung war nicht ohne, denn aus der kalten Hose geht niemand 500 Kilometer mit dieser Anzahl an Bergüberquerungen. „Ich bin ungefähr zehn Wochen vor dem Start vom Laufen auf das reine Gehen umgestiegen", beschreibt Fricke sein Vorbereitungsprogramm. Die berufsbedingten Wege von Salzkotten nach Lippstadt – je nach Route rund 25 Kilometer – hat er dann rund 15 Mal per Pedes absolviert, „mit einem 15 Kilo schweren Gewicht im Rucksack". Was bleibt, ist nicht nur die Freude über eine wunderschöne und erfahrungsreiche sowie anspruchsvolle Wandertour, sondern auch der Wunsch, schon bald wieder etwas Ähnliches zu machen. Fricke wäre nicht Fricke, wenn es nicht schon etwas im Hinterkopf hätte. „Vielleicht Lenggries – Belluno", sagt er.

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