Verlockende Biokost: Birgitt Kerkhoff mag ihren Apfelkuchen gern – er ist auch ohne Fähnchen gut als solcher zu erkennen. - © Dietmar Gröbing
Verlockende Biokost: Birgitt Kerkhoff mag ihren Apfelkuchen gern – er ist auch ohne Fähnchen gut als solcher zu erkennen. | © Dietmar Gröbing

Salzkotten Hof-Tag zum Anbeißen in Scharmede

Der Biohof Vauß in Scharmede ist erneut Schauplatz des Apfelfests / Die Ernte fällt diesmal allerdings deutlich schlechter aus

Jens Reddeker

Salzkotten-Scharmede. Kirschenparty, Zwetschenkirmes, Apfelfest. Die saisonalen Baumfrüchte erfahren regelmäßige Huldigung in Form einer speziell auf sie zugeschnittenen Festivität. Am Samstag war – jahreszeitengerecht – der Apfel dran. Immer im Oktober kommt er auf dem Biohof Vauß in Scharmede zu seinem Recht. Das weitläufige Gelände zog Kinder, Eltern und Großeltern an, fühlen sich doch nahezu alle Menschen wohl auf einem Bauernhof. Einerseits wegen der anwesenden Tiere, andererseits wegen der angebotenen Waren. Die waren diesmal natürlich auf den Apfel abgestimmt. Die runde Frucht tauchte in vielerlei Erscheinungsformen auf. Mal wurde der Apfel von den bereitgestellten Saftpressen zur trinkbaren Flüssigkeit verarbeitet, mal bekam er eine Kuchenform verpasst, mal wurde er in seiner Urform verspeist. Freilich, nachdem zuvor Name und Herkunft von fachmännischem, sprich pomologischem, Personal bestimmt wurden. Im nächsten Jahr könnte es eine Verlängerung geben „Die regional am häufigsten auftretende Apfelsorte ist der Schöne Wiedenbrücker", sagt Pomologin Lissy Mihaly. Die Apfelexpertin ist extra aus Kassel angereist, um an dem Event teilzunehmen, bildet das Apfelfest für sie doch einen „netten Rahmen". Ganz einfach, weil es sich „nicht nur um ein beliebiges Oktoberfest handelt, sondern die Initiatoren eine Idee haben". Konkret lautet die Idee „alternative Landwirtschaft" wie Hofchef Marius Pötting bestätigt. Der überzeugte Biobauer ist trotz des regnerischen Wetters mit dem Zuspruch zufrieden. Sogar so zufrieden, dass es wohl zu einer Ausweitung des Apfelfestes kommen wird. „Ab dem kommenden Jahr planen wir eine Ausdehnung auf zwei Tage", sagt Pötting, der die Umsetzung von der Anzahl verfügbarer Einsatzkräfte abhängig macht, sind diese doch ausnahmslos ehrenamtlich tätig. Wie alle übrigen Mitarbeiter hofft Pötting im Jahr 2018 auf eine bessere Apfelernte. Schlicht, weil die aktuelle Lese weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Lediglich zehn Prozent der üblichen Erntemenge konnten aufgrund der späten Fröste gewonnen werden. „Auch die Qualität der Äpfel ist schwächer als in den letzten Jahren", bestätigt Pötting neben dem quantitativen auch einen qualitativen Engpass. Der wiederum stört Heidi Weigt nicht im Geringsten. Die Pädagogin aus der Nähe von Köln geht ausnahmsweise nicht mit Kindern in den Wald, sondern steht an einer überdimensionalen Pfanne. Die vor ihr brutzelnde Frikadellenmenge bereitet ihr keinerlei Kopfschmerzen, denn Weigt mag es, „mit großen Mengen zu arbeiten". Zum Apfelfest kommt die selbsterklärte „Wiederholungstäterin" aus Wohlfühlgründen immer wieder gern: „Die Gemeinschaft und das Miteinander sind schlichtweg großartig."

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