Hohes Niveau: Bauherr Hubertus Glahe (l.) stellte Mitgliedern des Salzkottener Bauausschusses seine beiden Mehrfamilienhäuser (r. schon bezogen) vor. In der Mitte der Ausschuss-Vorsitzende Karl-Heinz Schrewe, rechts neben ihm der städtische Fachbereichsleiter Ludwig Bewermeier. - © Karl Finke
Hohes Niveau: Bauherr Hubertus Glahe (l.) stellte Mitgliedern des Salzkottener Bauausschusses seine beiden Mehrfamilienhäuser (r. schon bezogen) vor. In der Mitte der Ausschuss-Vorsitzende Karl-Heinz Schrewe, rechts neben ihm der städtische Fachbereichsleiter Ludwig Bewermeier. | © Karl Finke

Salzkotten Sozialer Wohnungsbau mit hohem Standard in Salzkotten

Drei Mehrfamilienhäuser: Ein Bauherr in Bümers Grund in Salzkotten ermöglicht Einblicke in Preise, Finanzierungen und Standards

Karl Finke

Salzkotten. Im Landesdurchschnitt erfüllt fast jeder zweite Arbeitnehmer die Voraussetzungen für eine Wohnung mit Mietpreisbindung – und bis zu 80 Prozent der Rentner. Dem Bedarf für den so genannten sozialen Wohnungsbau hat die Stadt Salzkotten mit der Ausschreibung von drei nebeneinander liegenden Mehrfamilienhäusern im Baugebiet Bümers Grund Rechnung getragen. Bei einem Ortstermin des Bauausschusses der Stadt  gewährte der Salzkottener Zimmermeister Hubertus Glahe Einblicke in eine seiner beiden Immobilien, deren Preise und Finanzierung. Die Gebäude an der Hans-Kohlenberg-Straße und Toni-Schröder-Straße hat er in weniger als einem Jahr in Holzrahmenbauweise errichtet. Nur die Keller und die Treppenhäuser für die Aufnahme der Aufzüge wurden massiv in Beton gebaut. Von außen ziert Putz die Fassaden. Drei Single-Wohnungen Bereits am 1. August wurde ein Gebäude mit sechs Wohnungen für bis zu vier Personen komplett vermietet. Weitere neun Wohnungen im zweiten Haus, darin auch drei Single-Wohnungen sind bis zum 1. November bezugsfertig. Alle Wohnungen verfügen über Terrasse oder Balkon und einen Pkw-Stellplatz. Die Mieter zahlen eine Kaltmiete von 5,25 Euro pro Quadratmeter. Die Nebenkosten unter anderem für die (Fußboden-)Heizung mit einer Luftwärmepumpe und Durchlauferhitzer für Warmwasser kann Glahe noch nicht genau beziffern: „Sie werden aber wahrscheinlich niedriger ausfallen als die Kosten für den Aufzug", glaubt er. Der schlage mit 1.800 Euro im Jahr zu Buche. Er ist gesetzlich vorgeschrieben und gewährleistet Barrierefreiheit. Glahe hat beide Immobilien durch eine Tiefgarage verbunden, weil auf dem Grundstück sonst nicht ausreichend viele Pkw-Stellplätze zur Verfügung stehen würden. Die damit entstandenen Kosten sind aus seiner Sicht auch in Jahrzehnten nicht rentierlich. Um zumindest einen Teil zu refinanzieren, hat der Zimmermeister jeder Wohnung einen Parkplatz im Keller verpflichtend zugeordnet und dafür 25 Euro festgelegt. Nicht jeder Mieter werde den Platz tatsächlich belegen, so Glahe: „Zur Zeit nur vier von neun." Für die Vermietung hat der Kreis Paderborn dem Eigentümer eine längere Personen-Liste mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung gestellt, aus der Glahe auswählen konnte. Danach sei noch eine Single-Wohnung frei geblieben. Für diese hätten sich nach einer Kleinanzeige 40 Bewerber telefonisch gemeldet. Alle Mieter bis auf eine Frau waren beziehungsweise sind Salzkottener, so der Bauherr – die eine arbeite schon als Pflegekraft in der Stadt. Sozialer Wohnungsbau „Das ist gelungen", sagte der städtische Fachbereichsleiter Ludwig Bewermeier zu den Ausschussmitgliedern. Wenn der Begriff Sozialer Wohnungsbau schon mal einen negative Beigeschmack vermitteln könne, sei „das hier ein hoher Standard". Glahe setzte hinter die gesetzliche Vorschrift für den Aufzug angesichts der Kostenbelastung ein Fragezeichen und hielt die gewünschte Tiefgarage für „etwas übertrieben". Für seine Investition in Höhe von insgesamt 2,2 Millionen Euro bekommt er wegen der Mietpreisbindung (25 Jahre) von der NRW-Bank zum festen Zinssatz noch einen Tilgungszuschuss in Höhe von 15 Prozent. „Ich würd’s wieder machen", zieht er Bilanz. Nach dem Ausschreibungsergebnis (etwas 10 Bewerbungen) errichtet nebenan das Paderborner Unternehmen Bose ein weiteres Mehrfamilienhaus – es ist noch nicht ganz fertiggestellt.

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