Mobile Mosterei: Christian Jäger füllt Saft in Gläser ab. - © Dietmar Gröbing
Mobile Mosterei: Christian Jäger füllt Saft in Gläser ab. | © Dietmar Gröbing

Salzkotten Bio-Boom: Apfelfest auf dem Vauß-Hof gefeiert

Auch im dritten Jahr des Bestehens steigt die Zahl der Besucher und Aussteller

Dietmar Gröbing

Salzkotten-Scharmede. Herbstzeit ist Apfelzeit. Und Herbstzeit ist Festzeit. Warum also nicht beide Größen miteinander verquicken? Dachten sich auch die Angestellten des Biohofs Vauß in Scharmede und brachten im Jahr 2014 das Apfelfest auf den Weg. Am Samstag ging es zum dritten Mal über die Bühne des weitläufigen Geländes. Das zog naturgemäß Kinder, Eltern und Großeltern an, fühlen sich doch (fast) alle Menschen wohl auf einem Bauernhof. Einerseits wegen der anwesenden Tiere, andererseits wegen der angebotenen Waren. Die zeigten sich unter anderem auf den Apfel abgestellt, erwies man der Baumfrucht doch eine gelungene Hommage. Folglich tauchte der Apfel in vielerlei Erscheinungsformen auf. Mal wurde er von den bereitgestellten Saftpressen zur trinkbaren Flüssigkeit verarbeitet, mal bekam er eine Kuchenform verpasst, mal wurde er gegessen. Freilich, nachdem zuvor sein Name und seine Herkunft von fachmännischem, sprich pomologischen Personal bestimmt wurden. Rundherum gab es nicht nur Kunsthandwerk zu bestaunen, sondern auch historische Fahrzeuge aus der Trecker- und Schleppersektion. Wer beim anschließenden Streicheln der Hoftiere ein Hungergefühl entwickelte, konnte Stockbrot ins entzündete Lagerfeuer halten und anschließend verspeisen. Wobei das Brot ökologischer Herkunft war, die sich kongenial mit dem rundherum stattfindenden Ökolandbau ergänzte. "Wir möchten unseren Besuchern verdeutlichen, dass eine andere Form der Landwirtschaft möglich ist", sprach sich Betriebsleiter Marius Pötting gegen den rein kommerziellen Gedanken aus. Stattdessen geht es bei ihm und seinen Angestellten nicht um Masse, sondern um Klasse, was bei mehr und mehr Menschen auf Gegenliebe stößt. Dementsprechend groß ist der Zuspruch. "Das Fest wird jedes Jahr größer und professioneller", bestätigt Hofangestellte Inge Gnau den stetig wachsenden Strom an Interessierten und Ausstellern. Mittlerweile sind es rund 50 Aussteller, die um die Gunst der Anwesenden buhlen. Die kommen selbstredend nicht nur aus Scharmede beziehungsweise dem angrenzenden Salzkotten, sondern aus dem gesamten Kreis Paderborn. Was die Gäste vorfinden, ist lokale Schaffenskraft, die in unterschiedlichen Formen zutage tritt. So hat die aus Scharmede stammende Tamara Zickerick ein Spinnrad besetzt und übt sich in der altehrwürdigen Handwerkskunst. Das Herstellen von Kleidung macht Zickerick "viel Spaß", wobei sich die 24-Jährige auf dem Apfelfest "pudelwohl" fühlt. Was auch für Andrea Heider gilt. Die Pädagogin geht ausnahmsweise nicht mit Kindern in den Wald, sondern steht an der überdimensionierten Pfanne. Die vor ihr brutzelnde Frikadellenmenge bereitet ihr keine Kopfschmerzen, denn Heider mag es, "mit großen Mengen zu arbeiten". Was auch für den prosperierenden Besucherandrang gilt, findet es Andrea Heider doch "großartig, wie das Fest wächst".

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