Salzkotten-Oberntudorf Lokalkolorit mit Prominenz

Autorin Charlotte Schroeter legt nach erfolgreichem Erstling neuen Roman vor

Andreas Götte

Salzkotten-Oberntudorf. Nach 170 Jahren wird das Gerstenberg-Haus in Geseke wieder mit Leben gefüllt. Statt der Gerstenbergs macht sich in dem zweiten Roman von Charlotte Schroeter im Jahr 1806 eine Familie aus Frankreich in der westfälischen Stadt am Hellweg breit. Wieder hat die aus Riege stammende Autorin reichlich Lokalkolorit in ihren Roman gepackt. Das Hövelhofer Jagdschloss mit dem damaligen König von Westfalen, Jérôme Bonaparte, spielen dieses Mal eine Rolle. "Es kommen mehr historische Persönlichkeiten drin vor als bei meinem ersten Roman. Deshalb gibt es auch ein Personenverzeichnis", erklärt Charlotte Schroeter. In ihrem Fortsetzungsroman "Die Schwestern Marchand" geschehen im Gerstenberg-Haus - dem neuen Zuhause der Familie Marchand aus Frankreich, geheimnisvolle Dinge. Weil kitschiger Grusel nicht die Sache von Charlotte Schroeter ist, hat die 25-Jährige für ihre Schilderungen Tipps vom bekannten Schweizer Magier und Illusionisten Christoph Borer bekommen. Den traf sie bei seiner Deutschland-Tournee in Diemelstadt. "Die Leser erfahren auch etwas darüber, wie man einen Spukplan erstellt", macht die junge Autorin neugierig. . Weil eine der Töchter, Marie-Luise Marchand, in Geseke von der Familie abgeschoben wird, findet sie eine Anstellung als Gesellschafterin bei einer älteren Dame außerhalb von Hövelhof. Als die beiden Frauen von Jérôme Bonaparte auf sein Jagdschloss in Hövelhof eingeladen werden, warnt die ältere Frau die jüngere vor dem französischen Sonnyboy. Es kommt zum Streit, bei dem die ältere Frau einen Herzinfarkt erleidet und stirbt. Der 1825 verstorbene Hövelhofer Pfarrer Conrad Lummer hatte noch versucht, moderierend einzugreifen. Daraufhin will sich Marie-Luise an ihrer in Geseke wohnenden Familie für ihre Verbannung rächen. Auch Schroeters Vierbeiner Snoop wird ihrem Zweitwerk eine Rolle spielen. Er übernimmt den Part eines chinesischen Palasthundes. Auch der zweite Roman von Charlotte Schroeter scheint wie der Erstling ein Renner zu werden. Bereits im Vorfeld hatte es viele Vorbestellungen gegeben. Dass sie dabei als Person immer bekannter wird, macht der 25-Jährigen nichts aus. "Ich finde es schön, wenn Menschen, wenn ich beispielsweise beim Shoppen bin, Fotos von mir machen möchten", sagt sie. Dazu haben die Hövelhofer am 5. Februar 2015 reichlich Gelegenheit. Veranstaltet von der Volkshochschule wird Charlotte Schroeter von 19 Uhr bis 20.30 Uhr in der Bücherei aus ihrem neuesten Werk vorlesen. Dabei sollen auch Bilder gezeigt werden, die den damaligen Zeitgeist vermitteln. Auf einen dritten Band werden ihre Fans jedoch noch eine Weile warten müssen. Vorher erscheint noch zusammen mit ihrer aus Riege stammenden Mutter Monika Nussbaum ein in Riege spielender Roman. "Das Geheimnis von Riege", so der Arbeitstitel, spielt im Riege der 20er- bis 50er-Jahre. Die Dorfschule kommt genauso drin vor wie Charlotte Schroeters verstorbener Großvater Alfons Berens mit einer kleinen Rolle. Auch das bei Renovierungsarbeiten in der Dorfschule an einer Innenwand entdeckte "Goldene ABC" wird eine Rolle spielen. Und der frühere Pfarrvikar Tack spielt auch mit. Zum Plot: Als eine von fünf Freundinnen in den Tod getrieben wird, ändert sich das Leben der anderen. Und dann ist da auch noch ein amerikanischer Journalist, der bei seiner Recherche über westfälische Dörfer auf ein Geheimnis stößt. Nicht nur im Gerstenberg-Haus in Geseke geht es weiter spannend zu.

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