Neue Eurobahn-Verbindung: Der Zug auf den Gleisen im Paderborner Hauptbahnhof. - © Rainer Wester
Neue Eurobahn-Verbindung: Der Zug auf den Gleisen im Paderborner Hauptbahnhof. | © Rainer Wester

Salzkotten Eurobahn schließt Lücke im Abendverkehr Richtung Salzkotten

Zuvor wurden Fahrgäste hingehalten

Salzkotten. Noch ging es ruhig zu an diesem lauwarmen vorsommerlichen Sonntagabend. Die Sonne war gerade untergegangen, als sich ein Eurobahnzug in Paderborn pünktlich um 22.15 Uhr in Richtung Hamm-Münster in Bewegung setzte. Eigentlich nichts besonderes, wäre da nicht der Umstand, dass Reisende - zumindest mit den Zielen Salzkotten und Geseke - gut eineinhalb Jahre auf diesen Zug gewartet hatten, wie der Upsprunger Rainer Wester, Experte des Fahrgastverbands Pro Bahn, mitteilt. Eine zweistündige Zuglücke verärgerte abendliche Fahrgäste seit Dezember 2016. Hintergrund war die Systematisierung des zuvor in Salzkotten haltenden Regionalexpress-Zuges (RE) aus Kassel, der Paderborn um 22.11 Uhr erreicht. Damit war dieser allen anderen RE-Verbindungen des Tages auf der Strecke gleichgesetzt. Sprich, kein Halt mehr auf den kleineren Stationen. Dorthin Reisende mussten umsteigen, um anderen Fahrgästen die Vorteile zügiger, überregionaler Verbindungen zu gewähren. Eine Stunde Wartezeit Da Abends aber eben genau dieser Anschlusszug in Paderborn fehlte, mussten sich die Salzkottener mit einer Stunde Wartezeit oder gar einem Umweg über Lippstadt herumschlagen. Ärgerlich für diejenigen, die gerade aus München, Nürnberg oder sonst woher über Kassel kamen und kurz vor dem Ziel in Paderborn strandeten. Zwar stand ab Paderborn noch ein Regionalbus zur Verfügung, in diesem galt aber nicht jedes Bahnticket. "Den Reisenden fehlte ab Paderborn ein sogenannter Abbringer, der die Fahrgäste aus dem schnelleren RE-Produkt aufnimmt und zu den kleineren Stationen bringt", meint der Salzkottener CDU-Ratsherr Wester, der die neue Verbindung direkt am ersten Abend ausprobierte. Geplant gewesen sei der nun fahrende Zug schon lange, jedoch haperte es an der Umsetzung durch den Betreiber. So habe Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) Wester bereits vor einem Jahr auf Anfrage mitgeteilt, dass der Betreiber "den Wunsch des NWL mit Verweis auf die angespannte Personalsituation" nicht unverzüglich umsetzen könne. Es fehlte an Triebfahrzeugführern. Nach Einschätzung Westers haben sich verkehrspolitische Planungen damit in jüngster Zeit verändert. Umso erfreulicher ist die neu aufgelegte Verbindung von Paderborn in Richtung Salzkotten, von der nun auch Scharmede profitiert. Mit der überfälligen Betriebsaufnahme endet für Rainer Wester nicht ganz ernst gemeint "die längste Zugverspätung in der Geschichte des Salzkottener Bahnhofs". Und den gibt es immerhin seit dem Jahr 1850.

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