Es soll gebaut werden: Die städtische Kuhbusch-Fläche ist in Salzkotten in der Diskussion. - © CDU
Es soll gebaut werden: Die städtische Kuhbusch-Fläche ist in Salzkotten in der Diskussion. | © CDU

Salzkotten Kuhbusch: Streit um Wohnen in Salzkotten

Im Bau- und Planungsausschuss entwickelt sich eine lebhafte Debatte über den neuen Entwurf der Stadtverwaltung

Andreas Götte

Salzkotten. Eigentlich sollten auf der städtischen Freifläche zwischen den Straßen Westring, Nelkenweg und dem Wellebach im sogenannten Kuhbusch zwei massive Baukörper in Form von Mehrfamilienhäusern entstehen. Doch das haben Anwohner in einer Versammlung im Januar vehement abgelehnt. Sie äußern Kritik an der geplanten Größe, befürchten eine Verschärfung der Parkplatzproblematik und zu wenig Grünflächen. Die Stadt hat darauf reagiert und am Dienstagabend im Bau- und Planungsausschuss ein neues städtebauliches Konzept vorgelegt. Stellpätze und Garagen Der Vorentwurf sieht den Bau von fünf Reihenhäusern mit Gärten in südlicher Richtung und einer Stichstraße als Zuwegung vor. Es gibt Stellplätze und Garagen. Jeweils sechs Parkplätze sind im Norden und Süden vorgesehen. Die Gebäude sollen zweigeschossig zuzüglich eines Dachgeschosses errichtet werden. Die Wohnfläche eines Hauses soll rund 100 Quadratmeter betragen. Nach den Plänen bleibt eine Grünfläche von rund 600 Quadratmetern erhalten. Das gilt auch für den Gehölzstreifen am Wellebach. Die Christdemokraten bezeichneten das Konzept als "tragfähige Grundlage". Inhaltlich liegt der Entwurf nah an ihrem Antrag auf Änderung des Bebauungplans. Wenig Begeisterung machte sich dagegen bei Bündnis 90/Die Grünen breit. "Wir brauchen günstigen Wohnungsbau im Innenbereich, aber wir verschenken hier auf einer relativ großen städtischen Fläche modernes Bauen für ein soziales Miteinander", ärgert sich Fraktionschef Wolfgang Dehlinger. Er fordert die Verwaltung auf, möglichst viele andere Optionen auch für andere Flächen zu prüfen. Tiefgarage wohl nicht möglich Volle Unterstützung bekam er von der FDP und der Linkspartei. FDP-Fraktionsvorsitzender Christoph Sonntag hält die "fünf Wohneinheiten in zentraler Lage für dünn". Zudem solle man sich nicht auf Reihenhäuser festlegen und vielleicht auch an eine Tiefgarage denken. Alfons Ernst von den Linken sprach von einer "Planung aus den 60er und 70er Jahren" und forderte eine moderne Überplanung. Er wolle mehr rausholen für mehr Lebensqualität. SPD-Mitglied Ulla Weißenborn fragte, ob man auf dem Grundstück nicht eine andere Variante entwickeln könne. "Ohne die Anwohner geht es jedoch nicht", betonte sie. Die Verwaltung verteidigte ihr Konzept. Eine Tiefgarage sei wegen der notwendigen erheblichen Grundwasserabsenkung nicht möglich. "Außerdem handelt es sich hier um eine der letzten Grünflächen, das können wir nicht wegdiskutieren", machte Ludwig Bewermeier, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, deutlich. Zudem könnten die Wohnungen in den Häusern in der Nutzung flexibel gestaltet werden. Wohngebiet aus den 70er Jahren Elisabeth Keuper (CDU) betonte, dass "wir aus einem Wohngebiet aus den 60ern und 70ern kein Wohngebiet aus 2018 machen können". Im Übrigen gebe es im Kuhbusch schon lange eine gemischte Nutzung. Ihr Fraktionsvorsitzender Michael Fechtler betonte, dass es nicht zwangsläufig auf Reihenhäuser hinauslaufen müsse. Wolfgang Dehlinger kritisierte, dass "leider ein Großteil als Verkehrsfläche verbaut wird". Er habe den Eindruck, dass die CDU für Neues nicht offen sei. "Dann bringen Sie doch Ideen ein", konterte CDU-Mann Andreas Ruprecht. Über das städtebauliche Konzept wollten Liberale und Grüne nicht abstimmen. Sie sprachen von einem Verstoß gegen die Geschäftsordnung. Die Pläne müssten erst in den Fraktionen diskutiert werden. Der grüne Marc Svensson kündigte an, den Beschluss zu monieren. Weil das städtebauliche Konzept die Grundlage für eine Bebauungsplanänderung ist, folgte ein Vertagung auf den nächsten Bauausschuss. Mehrheitlich wurde das Konzept unter Berücksichtigung des sozialen Wohnungsbaus beschlossen.

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