PADERBORN Neuhäuser übernimmt am Reismann Regie

Bewerbungsverfahren für die Leitung der dritten Gesamtschule läuft noch

Noch ist Siegfried Rojahn Konrektor in Detmold.
Noch ist Siegfried Rojahn Konrektor in Detmold.

Paderborn. An einigen weiterführenden Schulen sind aktuell Leitungsfunktionen nicht besetzt. Dabei ist der Andrang der Bewerber meist sehr übersichtlich.

Am Reismann-Gymnasium gab es genau einen Interessenten für die Stelle des Schulleiters. Und der wird’s jetzt auch: Siegfried Rojahn (45) übernimmt am 1. März den Chefsessel von Vorgänger Hans-Georg Schroer, der sich Ende Januar in den Ruhestand verabschiedet hat (die NW berichtete).

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Der Neue kennt sich aus in Paderborn: Nach Stationen in Mecklenburg-Vorpommern, Münster und Koblenz hat Siegfried Rojahn fast zehn Jahre am Gymnasium Schloß Neuhaus unterrichtet, bevor er 2010 die stellvertretende Schulleitung am Gymnasium Leopoldinum in Detmold übernahm. Dort wird, wie am Reismann, im Ganztagsbetrieb gelernt. "So kann man den Herausforderungen von G8 am besten begegnen", ist der Schloß-Neuhäuser Rojahn überzeugt. Studiert hatte der gebürtige Emsländer die Unterrichtsfächer Deutsch und Geschichte in Münster.

Der Pädagoge ist verheiratet und fünffacher Vater. In Kürze ist das Führungsduo am Reismann-Gymnasium – zusammen mit Stellvertreter Werner Rüther – also wieder komplett.

Dass das an der Kilianschule jemals wieder so sein wird, ist nicht sehr wahrscheinlich. Geht nämlich im Sommer die dritte Paderborner Gesamtschule an den Start, wird die Hauptschule in der Südstadt sukzessive aufgelöst. Das Gebäude soll dann nach und nach neue Heimat für die Realschule Niesenteich werden. Zum nächsten Schuljahr sollen bereits die Realschüler aus dem 5. und 6. Jahrgang an der Gertrudenstraße einziehen.

Juliane Karst-Gaidt, seit 2005 Leiterin der Kilianschule, ist nun zum 1. Februar in selber Funktion an die Altenauschule in Borchen gewechselt, wo Christoph Rothmann (62) in Pension gegangen ist.

Melden sich ausreichend Kinder, etwa 100, für die neue Gesamtschule an, wird Karst-Gaidt’s Leitungsstelle angesichts der Schulauflösung nicht mehr besetzt – ihr Stuhl bleibt leer. Doch auch der Konrektor, der die Geschicke in solchen Situationen übernimmt, hat die Hauptschule bereits vor einem halben Jahr verlassen. "Es ist uns bewusst, dass dort schnellstmöglichst etwas passieren muss", erklärt Antje Leßmann aus der Pressestelle der Bezirksregierung, dass nach Vertreter bzw. Vertreterin gesucht wird. "Der Schulbetrieb läuft in geordneten Bahnen", beruhigt Ex-Leiterin Karst-Gaidt, die sich zusätzlich zu ihrem neuen Job noch einige Tage um ihre alte Wirkungsstätte kümmert. Auf die Stellvertreter-Stelle der Kilianschule soll unbestätigten Informationen zufolge Heike Hellmich-Lührs von der Mühlenkampschule in Büren wechseln. Das Kilian-Schicksal trägt auch die Hauptschule Niesenteich – sie soll ebenfalls für die dritte Gesamtschule aufgelöst werden und hat keinen Schulleiter mehr. Dort hält Konrektor Hans-Jürgen Schaefer die nächsten Jahre die Zügel in der Hand, nachdem sich Leiter Ulrich Deters just in den Ruhestand verabschiedet hat. Ein Direktoren-Salär gibt’s dafür allerdings nicht.

Eine Situation, die Franz Hermanns kennt. Er führt die Geschäfte der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule am Kaukenberg bereits seit den letzten Sommerferien. Damals hatte der langjährige Schulleiter Detlef Strauß die Fronten gewechselt und neue Aufgaben bei der Bezirksregierung übernommen. "Das Bewerbungsverfahren ist jetzt abgeschlossen", hofft man bei der Schulaufsicht in Detmold, der Schulkonferenz der Gesamtschule "in nächster Zeit" einen Vorschlag unterbreiten zu können. Immerhin scheint Auswahl möglich: "Es gab mehrere Bewerber", weiß Antje Leßmann.

Wer sich für den freien Chefstuhl an der neuen, dritten Paderborner Gesamtschule am Niesenteich interessiert, wird sich zeigen. Das Bewerbungsverfahren für die Schule, die im Sommer an den Start gehen soll, läuft noch bis zum 13. Februar.

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