Paderborn Paderborn spannt den Bogen

Erste internationale Fachmesse "Pader Bow" lockt rund 3.000 Besucher an

VON ANDREAS GÖTTE
Das meint der Bürener Dieter Eichendorf (l.) und lässt sich von Bogenbauer Stephan Zoglauer aus Bückeburg einen handgemachten Bogen zeigen. - © FOTO: ANDREAS GÖTTE
Das meint der Bürener Dieter Eichendorf (l.) und lässt sich von Bogenbauer Stephan Zoglauer aus Bückeburg einen handgemachten Bogen zeigen. | © FOTO: ANDREAS GÖTTE

Paderborn. Der Pfeil verlässt den gespannten Bogen, ein kurzer Schrei und schon steckt er in der Strohtonne. So viele Zuschauer hat der bekannte Yumi-Bogenbauer Jaap Koopedrayer aus den USA bei seiner Kyudo-Schießvorführung, einem traditionellen japanischen Bogenschießen, sonst nur selten. Peter Kollotzek vom Detmolder Kyudo-Verein moderiert das japanische Ritual.

Die Premiere der Pader Bow, einer internationalen Bogensport- und Messermesse im Schützenhof, lockte laut dem veranstaltenden Traditionellen Bogensportverein (TBSV) Paderborn rund 3.000 Besucher am Wochenende aus ganz Deutschland und den Benelux-Staaten an. Bereits am Samstag zur Eröffnung gab es lange Warteschlangen. Der rund 50 Mitglieder zählende Verein hatte rund 60 Aussteller aus Deutschland, den Benelux-Staaten, Italien, Österreich und den USA in die Paderstadt gelockt.

Der Schwerpunkt der Messe auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern lag im traditionelle Bogensport. "Wir mussten für Messen immer weite Fahrten nach Süddeutschland in Kauf nehmen, das wollten wir ändern, zumal viele Fans aus einem Umkreis von 200 Kilometern rund um Paderborn kommen", sagt Florian Wanoschek, der zusammen mit Klemens Schmelter die Messe organisiert hat.

Neben der traditionellen Art des Bogensports mit Holz, Horn und Leder waren unter anderem auch Bögen mit Schnitzereien zu sehen. Die internationale Bogensport- und Messermesse bot darüber hinaus auch hochwertige Sportbögen aus Aluminium und Karbon.

Eine Premiere erlebte auch die vom Paderborner Geschäft Bogenzeit zusammen mit der Fachhochschule Düsseldorf entwickelte Bogenschießen-Simulation auf einer aufwendig animierten digitalen Leinwand.

Wer mochte, durfte sich auch beispielsweise Reiher und Geparden mit nach Hause nehmen. Denn die Tierattrappen sind für den Drei-D-Bogensport auf einem Parcours im Wald unerlässlich. Gelegenheiten dazu gibt es in Ostwestfalen-Lippe unter anderem in Gütersloh und Willebadessen oder auch im angrenzenden Hochsauerlandkreis. Und Messer-Fans kamen ebenfalls in Paderborn auf ihre Kosten. Schließlich gehört das Messer neben dem Bogen zum ältesten Jagdwerkzeug.

Im Mittelpunkt des Interesses standen aber vor allem die Bögen. "Ich bin vor 30 Jahren mit einem Compound-Bogen angefangen. Ich möchte bald in einen Verein eintreten, weil das Bogenschießen so schön entspannt", sagt der Bürener Dietmar Eichendorf. Und auch Aussteller Karl-Heinz Fleck aus der Nähe von Tübingen machte einen entspannten Eindruck. "Es gefällt mir hier. Die Atmosphäre ist schön, die Leute sind nett und fragen viel", stellt der Experte für Scrimshaw, einer speziellen Miniatur-Ritz- und Gravurtechnik nach dem ersten Trip in den Norden fest.

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