Kommunikationselektroniker Matthias Gull mit dSpace-Chef Herbert Hanselmann und Europaparlamentarier Michael Theurer (v. l.) an einem Motorsimulator. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Kommunikationselektroniker Matthias Gull mit dSpace-Chef Herbert Hanselmann und Europaparlamentarier Michael Theurer (v. l.) an einem Motorsimulator. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Paderborn Bei dSpace geht das Wachstum weiter

Unternehmen sucht immer noch Fachkräfte / Europaparlamentarier Michael Theurer zu Gast

Paderborn. Das Paderborner Unternehmen dSpace startete 1988 mit vier Mitarbeitern. Heute beschäftigt es weltweit mehr als 1.100, davon 810 in der Zentrale in Paderborn. Um auf die Beine zu kommen, spielten für die Firma Existenzgründungsfördermittel eine entscheidende Rolle. "dSpace ist ein gutes Beispiel, das zeigt, dass kleinen und mittleren Unternehmen der Zugang zu Strukturfondsmitteln erleichtert werden muss", sagt Michael Theurer.

Theurer, stellvertretender Vorsitzender der FDP im Europäischen Parlament und Vorsitzender des Ausschusses für Haushaltskontrolle, war gestern zu Besuch bei dSpace. Mit Geschäftsführer Herbert Hanselmann sprach er über Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen und die Zukunft des deutschen Wirtschaftsmarktes. Außerdem machte er einen Rundgang durchs Unternehmen.

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dSpace entwickelt und vertreibt weltweit Software-Werkzeuge und Elektronik für die Entwicklung von Steuergeräten und mechatronischen Systemen. "Im Ausland sind wir vor allem in Japan sehr stark. Danach folgen die USA, Frankreich und England", berichtet Hanselmann. Der wichtigste Markt für das Paderborner Unternehmen sei jedoch der deutsche. "Auch, weil hier Premiumentwickler wie Audi, Daimler oder BMW sitzen."

Und die sind für dSpace besonders wichtig. Hanselmann: "Wir produzieren zu 80 Prozent für die Autoindustrie." Hier zählen unter anderem Audi, Daimler und VW zu den Kunden. Produkte von dSpace werden zudem in der Luft- und Raumfahrttechnik, der Medizintechnik oder der Industrieautomation eingesetzt.

"Mit Ausnahme von 2009, als es von Kundenseite Investitionssperren gab, ist dSpace Jahr für Jahr profitabel gewachsen", sagt Hanselmann. 2012 hat die Firma einen weltweiten Umsatz von 147 Millionen Euro erwirtschaftet. Und dSpace investiert weiter in die Zukunft: Am Standort in der Rathenaustraße wird derzeit ein bislang zweigeschossiges Gebäude aufgestockt. Die Arbeiten sollen gegen Ende des Sommers beendet sein. Kostenpunkt: 11 Millionen Euro.

Trotz positiver Meldungen: Dem Unternehmen fehlt es noch immer an Fachkräften. "Wir haben zum Beispiel offene Stellen im Ingenieurwesen", sagt Marketing-Chef Bernd Schäfers-Maiwald. Zwar habe dSpace Ingenieure aus Spanien, Italien und Portugal, "die sich in Paderborn richtig wohl fühlen", anwerben können, auf der Suche sei man aber immer noch.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels engagiert sich dSpace seit 2007 unter anderem in der MINT-Nachwuchsförderung (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). "Unsere Ingenieure gehen zum Beispiel ins Gymnasium und erklären dort, was ein ABS ist", berichtet Schäfers-Maiwald. "Unser Anliegen ist es, viele junge Leute zu erreichen und ihnen deutlich zu machen, dass Fächer wie Mathe und Physik wichtig sind für Innovationen aus Deutschland."

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