Paderborn Schülerideen für die Industrie

Eigene Ideen an 3D-Druckern des Uni-Labors verwirklichen

Megan Althaus (v. r.,15), Marco Lotzkat (20) und Manuel Akay (17) nutzen das Schülerlabor der Universität für ihre 3D-Projekte. Rektor Nikolaus Risch zeigt eine 3-D-Landschaft des Uni-Geländes, Megan ein Bauteil aus dem 3D-Drucker. - © FOTO: GRABBE
Megan Althaus (v. r.,15), Marco Lotzkat (20) und Manuel Akay (17) nutzen das Schülerlabor der Universität für ihre 3D-Projekte. Rektor Nikolaus Risch zeigt eine 3-D-Landschaft des Uni-Geländes, Megan ein Bauteil aus dem 3D-Drucker. | © FOTO: GRABBE

Paderborn. "Wie aus einem Guss." – Diese Redensart drückt gemeinhin Einheitlichkeit aus, und taugt wohl am besten, das 3D-Drucken zu beschreiben. Denn daraus bestehen Werkstücke, die in einem 3D-Drucker gefertigt wurden: Aus einem Stück. Die Vorteile dieser Technologie sollen nun Schülern zugänglich gemacht werden. Im Schülerlabor der Universität tüfteln sie an ihren eigenen Ideen.

"3D-Drucken bedeutet, dass wir vollkommen unabhängig sind von einer mechanischen Fertigung", erläutert Eric Klemp, Geschäftsführer des Direct Manufacturing Research Center (DMRC), dem das Schülerlabor der Universität angehört. Im Gegensatz zur Materialbearbeitung, wie Holz zu schleifen oder Metall zu stanzen, werde das Material aufgetragen. "Dadurch erstellen wir komplexe Gebilde an einem Stück." Vereinfacht werden dünne, nur 100 Mikrometer dicke Kunststoffschichten, aufeinander "geschmolzen". Dafür benötigt wird ein 3D-Plan eines Bauteils, das zuvor am PC konstruiert wurde.

Durch exakte dreidimensionale Abdrücke können später etwa Hörgeräte exakt ans Ohr eines Hörgeschädigten oder Brücken an den Kiefer eines Patienten angepasst werden. "Jedes Bauteil ist individuell. Ein Prototyp", so Klemp. In die Reihen der Erfinder haben sich auch vier Schülergruppen eingegliedert: So hat etwa ein Trupp der Paderborner Fürstenberg-Realschule in den vergangenen drei Monaten am PC eine Halterung für Wasserbehälter in Kaninchenställen konstruiert, heute werden erste Stücke gedruckt: "Die besondere Wabenstruktur der Halterung hält die Temperatur des Wassers konstant", erläutert der Schüler Manuel Akay (17). "Der Wärmeübergang wird dadurch vermindert", fügt Jürgen Domjahn, Physikdidaktiker im Schülerlabor, hinzu. Kaltes Wasser im Sommer, warmes im Winter, das ist der Hintergedanke dieser Erfindung.

"Das Ziel des Schülerprojekts ist es, ihren Ideen eine Chance zu geben, tatsächlich vermarktet zu werden." Darauf hofft ebenfalls eine Gruppe vom Berufskolleg in Olsberg: "Wenn sich im Automotor der Kolben am Zylinder reibt, wird der Ölfilm verdrängt", beschreibt Marco Lotzkat (20). Die Folge: "Die Reibung erhöht sich, das Bauteil ist weniger belastungsfähig." Die Idee: Eine Konstruktion aus dem 3D-Drucker soll den Kolben stützen, die Belastung auf ihn verringern. Das Bauteil werde so effizienter und preiswerter. Universitätsrektor Nikolaus Risch sieht in der neuen Technik "ein völlig neues Konstruieren und neue Art zu denken. Die Grenzen anderer Verfahren sind aufgehoben."

www.coolmint-paderborn.de

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