PADERBORN Herausragende Idee

Besondere Anerkennung für Paderborner Computer-Recycling-Projekt

Die zweite Vorsitzende Heike Masan (Verein für Medien und Technik für Kinder und Jugendliche), GMK-Vorsitzende Dr. Ida Pöttinger, die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anna-Maria Kamin (Institut für Medienwissenschaft), Uni-Vizepräsidentin Prof. Dr. Dorothee Meister (Fachbereich Medienpädagogik) und GMK-Geschäftsführer Jürgen Lauffer (v. l.) freuen sich gemeinsam über die Anerkennung. - © FOTO: ANDREAS GÖTTE
Die zweite Vorsitzende Heike Masan (Verein für Medien und Technik für Kinder und Jugendliche), GMK-Vorsitzende Dr. Ida Pöttinger, die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anna-Maria Kamin (Institut für Medienwissenschaft), Uni-Vizepräsidentin Prof. Dr. Dorothee Meister (Fachbereich Medienpädagogik) und GMK-Geschäftsführer Jürgen Lauffer (v. l.) freuen sich gemeinsam über die Anerkennung. | © FOTO: ANDREAS GÖTTE

Paderborn. Große Freude bei Studentin Heike Masan. Vor zwei Jahren hatte sie die Idee, Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien den Umgang mit den Neuen Medien zu vermitteln. Am Samstagabend stand das Recycling-Projekt des Vereins für Medien und Technik für Kinder und Jugendliche in Kooperation mit der Universität Paderborn im Heinz-Nixdorf-Museumsforum (HNF) im Rampenlicht.

Bei der Verleihung des Dieter-Baacke-Preises wurde das Paderborner Modell der Förderung von Medienkompetenz und der Bereitstellung und Vermittlung von Technik für Kinder und Jugendliche als herausragend bezeichnet und dafür mit einer besonderen Anerkennung versehen.

Information

Dieter-Baacke-Preis


Mit dem bundesweiten Dieter-Baacke-Preis werden jährlich herausragende medienpädagogische Arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Familien gewürdigt.

Er wird in fünf Kategorien verliehen und ist mit jeweils 2.000 Euro dotiert.

Verliehen wird die Auszeichnung durch die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Dieter Baacke war Professor für Pädagogik an der Universität Bielefeld und Vorsitzender der GMK. (ag)

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42 Kinder zwischen acht und 14 Jahre wurden in diesem Jahr medienpädagogisch an Firmen, Institutionen und Privatpersonen und der Stadt Paderborn bereitgestellten gebrauchten Computern von Lehramtsstudenten der Universität samstags drei Mal für jeweils vier Stunden medienpädagogisch begleitet. Nach den Schulungen an der Uni dürfen die jungen Teilnehmer ihren PC mit nach Hause nehmen. Deshalb sind weitere Sponsoren für Geräte wie beispielsweise Laptops erwünscht.


Medienpädagogisches Projekt auf OWL ausdehnen

Im nächsten Jahr peilt Heike Masan an, zusammen mit der Paderborner Universität 30 bis 40 weitere Kinder mit dem Projekt zu unterstützen. "Mit der Blindenschule in Paderborn möchten wir ebenfalls kooperieren. Computer sind auch bereits an eine Bielefelder Hauptschule gegangen", schildert die 30-Jährige. Der 15-köpfige Verein möchte sein medienpädagogisches Projekt insgesamt weiter auf Ostwestfalen-Lippe ausdehnen.

Dr. Ida Pöttinger, Vorsitzende der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), hofft, dass das Interesse an der Medienpädagogik weiter steigen werde und dadurch auch mehr Spaß in den Unterricht komme.

Für Regine Kraushaar, Abteilungsleiterin für Kinder und Jugend im Bundesfamilienministerium, vertreten durch Referentin Ann-Kathrin Kaelcke, "erfüllt der Dieter-Baacke-Preis dieses Ziel mit jedem seiner Wettbewerbsbeiträge mit Leben und macht Medienpädagogik sichtbar". Ziel müsse es sein, Risiken zu minimieren, um dadurch Chancen zu erhöhen. "Medienkompetenz ist viel mehr als Jugendschutz. Wir müssen die Zielgruppen mit einem besonderen Bedarf erreichen und deren Gruppen miteinander vernetzen", sagte sie.


"Ein reichhaltigeres Leben führen"

Auch für den Prodekan der Fakultät für Kulturwissenschaften an der heimischen Uni werden Medien und Medienkompetenz ein sehr zentrales Thema sein. Wichtig dabei sei nach Angaben von Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow der Diskurs zwischen Wissenschaft und Praxis. Das Spektrum der Medien werde künftig noch viel weiter ausgedehnt werden. "Es geht nicht nur um Medienkompetenz, sondern insgesamt darum, damit ein reichhaltigeres Leben zu führen", so der Wissenschaftler.

Rund 250 medienpädagogische Projekte hatten sich in diesem Jahr um den Dieter-Baacke-Preis beworben - mehr als im Vorjahr. Zu den Preisträgern zählen der Verein "Offener Kanal Merseburg-Querfurt" (Kategorie A: Projekte von und mit Kindern, 2.000 Euro) und die Vereine "Mediencooperative Steinfurt und "Medienzentrum Parabol Nürnberg" (Kategorie B: Projekte von und mit Jugendlichen, jeweils 1.000 Euro). Jeweils 1.000 Euro gibt es auch in der Kategorie C: Internationale/interkulturelle Projekte für das Gallus-Zentrum in Frankfurt und dem Krea Jugendclub Bergisch Gladbach.

Die Kategorie D: Integrative/intergenerative Projekte gewann der Verein "Blickwechsel" aus Göttingen (2.000 Euro). Der Verein LAG Medienarbeit" aus Berlin bekommt 2.000 Euro als Sieger in der Kategorie E: Projekte mit besonderem Netzwerkcharakter. Eine zweite besondere Anerkennung geht nach Ludwigshafen an "Medien + Bildung.com".

Unter dem Motto "School’s out? Lernen im digitalen Zeitalter" hatten rund 270 Medienpädagogen bei der bundesweiten Jahrestagung der GMK drei Tage lang im HNF die Chancen der digitalen Medien für das informelle und schulische Lernen diskutiert.

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