Dr. Bernd Steinmüller übergibt Volker Hermann, Betriebsleiter des Gebäudemanagements der Stadt Paderborn, in Anwesenheit von Tobias Zenke, GMP, sowie Sonja Werge und Uwe Balhorn vom Architekturbüro aws das Passivhaus-Zertifikat. - © FOTO: STADT-PRESSEAMT
Dr. Bernd Steinmüller übergibt Volker Hermann, Betriebsleiter des Gebäudemanagements der Stadt Paderborn, in Anwesenheit von Tobias Zenke, GMP, sowie Sonja Werge und Uwe Balhorn vom Architekturbüro aws das Passivhaus-Zertifikat. | © FOTO: STADT-PRESSEAMT

Paderborn-Sande "Ein dauerhafter Sparvorteil"

Passivhaus-Sporthalle Sande erhält Zertifikat

Paderborn-Sande (NW). Die Stadt Paderborn will mit ihrem Eigenbetrieb für Gebäudemanagement, GMP, den Energie- und Ressourcenverbrauch im Gebäudebereich nachhaltig senken. Sie hat deshalb die breite Einführung der energiesparenden Passivhaustechnologie mit einem Pilotprojekt vorbereitet.

Dabei handelt es sich um die Passivhaus-Sporthalle im Stadtteil Sande, die bereits im April 2011 fertiggestellt wurde. Anlässlich der kürzlich erfolgten Zertifizierung des Gebäudes gemäß den Kriterien des Passivhausinstitutes Darmstadt kam es jetzt zur Zertifikatsübergabe an die Stadt Paderborn.

Zur Erarbeitung dieser nachhaltigen Passivbau-Lösung zog die Stadt Dr. Bernd Steinmüller, Inhaber des Paderborner Beratungsbüros BSMC und Träger des internationalen "Passive House Pioneer Award" hinzu, der dem Betriebsleiter des GMP, Volker Hermann, das Zertifikat überreichte. "Dr. Steinmüller hat uns wertvolle Impulse geliefert, um mit wenig Technik einen hohen Effekt zu erzielen." so Hermann.

Wichtige Gründe das Gebäude im Passivhausstandard zu errichten, waren zum einen wirtschaftliche Überlegungen, insbesondere die günstigen Lebenszykluskosten, und zum anderen die Erprobung dieses Standards für städtische Gebäude und die Integration solcher Anforderungen in den Planungsprozess des städtische Gebäudemanagements. Mit der Umsetzung des Bauvorhabens war das Büro architektur-werk-stadt (aws) aus Paderborn beauftragt.

Die während der Planungsphase prognostizierten Werte für den Energieverbrauch wurden schon im ersten Betriebsjahr 2011 weitestgehend erreicht. Damit hat sich die Funktionsfähigkeit des Konzeptes auch für kommunale Gebäude erwiesen.

Aufgrund der Fülle von Funktionen, Anforderungen und Richtlinien, die öffentliche Gebäude erfüllen müssen, sollten die genauen Zielvorgaben für den energetischen Standard jedoch jeweils für den Einzelfall abgewogen werden, um eine wirtschaftlich optimale Lösung zu erreichen.

"Bei der Sporthalle Sande lagen die Gesamtkosten auf dem Niveau vergleichbarer konventioneller Gebäude. Etwas höheren Kosten für die Gebäudehülle stehen deutlich niedrigere Kosten für die Haustechnik gegenüber", erklärte Tobias Zenke vom GMP. Die Sporthalle ist als erstes Gebäude der Stadt Paderborn im Passivhausstandard gebaut und hat einen Heizenergiebedarf von weniger als 15 kWh pro qm und Jahr, dies entspricht etwa einem Bedarf von 1,5 Liter Heizöl pro qm und Jahr.

"Durch diesen geringen Wärmebedarf ist es möglich, die Halle nur über die Erwärmung der notwendigen Frischluft zu beheizen und mit überschaubarer Anlagentechnik für optimalen Komfort zu sorgen. Und genau darauf kommt es beim Passivhausbau an: Bei vergleichbarem Budget kann jetzt der Wärmebedarf gegenüber ähnlichen Neubauten halbiert und ein Kältebedarf vermieden werden", erläutert Dr. Steinmüller und ergänzt: "Dieses Projekt zeigt, dass mit einer anfänglichen sinnvollen Investition ein dauerhafter Sparvorteil für die Zukunft erreicht werden kann."

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