Daniel Rumel (2.v.l.) und Klaus von Stosch (3.v.l.) vom ZeKK präsentieren mit Jan von Lübtow (l.) und Bernd Schäfers-Maiwald (r.) von "Paderborn überzeugt" das Plakat zur Tagung. - © FOTO: JOCHEM SCHULZE
Daniel Rumel (2.v.l.) und Klaus von Stosch (3.v.l.) vom ZeKK präsentieren mit Jan von Lübtow (l.) und Bernd Schäfers-Maiwald (r.) von "Paderborn überzeugt" das Plakat zur Tagung. | © FOTO: JOCHEM SCHULZE

PADERBORN Schluss mit dem Vorurteil

Im "schwarzen" Paderborn diskutieren religiöse Führer über Wirtschaftsethik

VON JOCHEM SCHULZE

Paderborn. In den letzten Jahren sind die (zumeist schlechten) Nachrichten aus dem Wirtschaftsleben immer mehr in die Schlagzeilen geraten. Die Euro-Krise, die Banken-Krise und auch mancher Manager mit einem gewissen Hang zur Raffgier bestimmen die Nachrichtenlage. Immer wieder wird die fehlende Moral der handelnden Personen beklagt. Mit den Fragen der Wirtschaftsethik beschäftigt sich eine Tagung, die vom 28. bis 30. Juni in Paderborn stattfindet.

"Wirtschaftsethik in den Weltreligionen", ist die Veranstaltung überschrieben, bei der im Heinz-Nixdorf-Museumsforum Theologen der großen Weltreligionen, andere Wissenschaftler und Unternehmer zusammenkommen. "Impulse für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung", "Wirtschaft und Ressourcenverbrauch" sowie "Geld und Verantwortung" heißen die Themenkomplexe, über die referiert und diskutiert wird.

Die Teilnehmer kommen aus fast aller Herren Länder. So spricht Prof. Syes Nomanui Haq aus dem pakistanischen Lahore über wirtschaftliche Gerechtigkeit aus muslimischer Perspektive, während der 87 Jahre alte Professor N.S. Ramaswamy aus dem indischen Bangalore über hinduistische Impulse einer neuen wirtschaftlichen Ordnung referiert. Der Würzburger Theologe Prof. Karl-Heinz Brodbeck vertritt die buddhistische Seite; der Münchener Bischof Heinrich Bedford-Strom schildert die aktuelle Weltwirtschaftsordnung aus evangelischer Perspektive. Die katholische Kirche wird vom Jesuitenpater Professor Friedhelm Hengsbach repräsentiert.

Zudem kommen unter anderen auch die CDU-Politikerin Prof. Dagmar Schipanski und der Essener Unternehmer Heinrich Deichmann zu Wort.

Das Symposium wird vom Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK) an der Universität Paderborn und von der Standortinitiative "Paderborn überzeugt" veranstaltet. Beide Partner hatten schon im Vorjahr die "Wochen der Religionen" initiiert.

"Wir tragen den universitären Dialog in die Stadt hinein", erklärt Professor Klaus von Stosch vom ZeKK sein Anliegen und sieht in den Fragen der Wirtschaftsethik ein "Thema von öffentlicher Relevanz." Die Stadt Paderborn als Standort mit religiöser Kompetenz erfahre durch die Tagung eine deutliche Aufwertung.

Das Vorurteil, dass die Domstadt "schwarz und langweilig" sei, könne so revidiert werden. "Wir wollen aus einer Hypothek eine Stärke machen", erklärt Jan von Lübtow vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing. Der hat mit dem ZeKK längst über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit gesprochen. Auch im Jahr 2013 wird es eine Veranstaltung geben.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group