PADERBORN Grüne wollen durchstarten

LANDTAGSWAHL: Sigrid Beer und Harald Grünau treten wieder an

VON HANS-HERMANN IGGES
Sigrid Beer kandidiert für die Grünen am 13. Mai in Paderborn-Stadt, Dr. Harald Grünau in Paderborn-Land. Hinter den Kulissen arbeitet bereits der desgignierte neue Kreisgeschäftsführer, Johannes Menze, für die Organisation des Wahlkampfes. - © FOTO: REINHARD ROHLF
Sigrid Beer kandidiert für die Grünen am 13. Mai in Paderborn-Stadt, Dr. Harald Grünau in Paderborn-Land. Hinter den Kulissen arbeitet bereits der desgignierte neue Kreisgeschäftsführer, Johannes Menze, für die Organisation des Wahlkampfes. | © FOTO: REINHARD ROHLF

Paderborn. Das Déjà-vu ist perfekt: Wie schon vor zwei Jahren schicken die Grünen im Kreisverband Paderborn Sigrid Beer (55) für den Wahlkreis Paderborn-Stadt und Dr. Harald Grünau (50) für Paderborn-Land ins Rennen um ein Direktmandat für den Düsseldorfer Landtag. Und wieder hat die grüne Parteibasis beide einstimmig nominiert.

Gestern, am Tag nach der Nominierung, verkündeten Sigrid Beer und Harald Grünau die Eckpunkte ihres Wahlkampfprogramms. Wie schon 2010 liegen diese bei der bisherigen Fraktionsgeschäftsführerin Sigrid Beer in der Schulpolitik und bei Dr. Harald Grünau bei den grünen "Klassikern" Umwelt- und Naturschutz. Und wie schon vor zwei Jahren, als die Grünen durch erhebliche Stimmenzuwächse die eigentlichen Wahlgewinner auch im Paderborner Land waren, wollen beide ihr Ergebnis nochmals verbessern und setzen dazu, wie sie gestern betonten, auf die Unterstützung der grünen Basis in einem sehr konzentrierten Wahlkampf nach den Osterferien.

Sigrid Beer, die am Wochenende höchstwahrscheinlich auf Platz 5 der Landesliste der Bündnisgrünen bestätigt wird und somit allerbeste Aussichten auf ein neuerliches Landtagsmandat hat, setzt im Wahlkampf auf die Fortsetzung des in Düsseldorf eingeschlagenen Weges: "Der erzielte Schulkonsens bietet gute Perspektiven. Was man in Paderborn zum Beispiel an der Einrichtung der dritten Gesamtschule ablesen kann." Ein Stärkung der rot-grünen Landesregierung, so Beer, sei aber auch grundsätzlich wichtig für die Kommunen: So wolle man der Bundesregierung gegenüber auf eine strikte Wahrung des Konnexitätsprinzips pochen.

Der Delbrücker Tierarzt Dr. Harald Grünau hält es für wichtig, dass gerade Themen wie gesunde Lebensmittel, Landwirtschaft und Tierschutz in Düsseldorf von Grünen bearbeitet werden. Außerdem müsse endlich der Nationalpark OWL auf den Weg gebracht werden. Grünau: "Wenn die Briten aus der Senne abziehen, drängt sich für diesen Teil eine solche Lösung geradezu auf." Zwar habe, was den Teutoburger Wald betrifft, der Kreis Lippe "den Hut auf", doch sei ein Nationalpark auch in einer Gebietskulisse ohne die Wälder des Prinzen zur Lippe sinnvoll. Er sei eine einzigartige Chance für den Tourismus. Unglaublich sei es, wie viele Schauermärchen und Falschinformationen darüber im Umlauf seien. Grünau: "Zum Beispiel dass das Betreten des Nationalparks verboten werde." Im Gegenteil sei es das Ziel, die Menschen in den Nationalpark hinein zu bringen."

Mit Blick auf die neue Konkurrenz im politischen Rennen durch die Piratenpartei wollen die Grünen deutlich machen, dass sich an ihrem Politikstil des Dialogs auch durch den Gewinn einer stabilen Mehrheit im Landtag nichts ändern solle. Sigrid Beer: "Und Transparenz haben die Piraten auch nicht erfunden." Man werde die neue Partei jedoch als politische Kraft ernst nehmen und sich mit ihr auseinandersetzen. Sigrid Beer: "Mir scheinen die Piraten so eine Art digitale FDP zu sein. Sie haben sich zum Beispiel gegen einen Nationalpark OWL ausgesprochen und sogar einen Arbeitskreis zur Wiederbelebung der Atomkraft eingesetzt."

Just zu Wahlkampfbeginn gibt es im Büro der Paderborner Grünen einen Stabwechsel: Zum 1. April löst Johannes Menze (46) den bisherigen Kreisgeschäftsführer Horst Schulze-Stiehler (65) offiziell ab. Dieser bekleidete die Geschäftsführung seit 21 Jahren. Damals war der gebürtige Holzmindener über das Paderborner Büro der damaligen Bielefelder Bundestagsabgeordneten der Grünen, Antje Vollmer, in die Region gekommen.

Johannes Menze ist gebürtiger Paderborner und studierter Historiker und Theologe. Zuvor war Menze Geschäftsführer der Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen in Köln, einer Art Akademikerverband. Dass er seinen neuen Job gerade im Wahlkampf antritt, motiviere ihn zusätzlich. Menze: "Von Null auf Hundert - das ist sehr erfrischend." Auch begeistere ihn die Möglichkeit der Grünen, durch einen Wahlsieg mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu bekommen. (ig)

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