PADERBORN Den Glauben bis zum Tod verteidigt

Theologische Fakultät gedenkt des Märtyrers Alois Andritzki

Der Priester Alois Andritzki.
Der Priester Alois Andritzki.

Paderborn (sd). 1941 von der Gestapo wegen staatsfeindlicher Hetze verhaftet und zwei Jahre später im Konzentrationslager Dachau verstorben – das Schicksal des katholischen Priesters Alois Andritzki war im Zweiten Weltkrieg das Schicksal vieler Gläubiger.

Mit dem diesjährigen akademischen Feiertag Dies Academicus wollen die Theologische Fakultät und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) in Paderborn ihrem ehemaligen Studenten Andritzki und seinem Glaubenszeugnis ein kleines Denkmal setzen.

Von 1934 bis 1938 studierte der gebürtige Sachse in Paderborn. Danach wurde er in Bautzen zum Priester geweiht und bekam eine Stelle an der Dresdner Hofkirche, bevor er in die Fänge der Nazis geriet. Trotz allem stand er bis zu seinem Tod mutig zum Glauben und zur Kirche, weshalb Alois Andritzki im vergangenen Jahr von Papst Benedikt XVI. selig gesprochen wurde.

Einweihung des Alois-Andritzki-Raumes

Das Gedenken an den Märtyrer beginnt bereits am Vorabend des diesjährigen Dies Academicus. Am Dienstag, den 8. November, um 18 Uhr wird ein Seminarraum der Theologischen Fakultät zum Alois-Andritzki-Raum geweiht. Anschließend berichten Pfarrer Delan aus Andritzkis Geburtsstadt Radibor und Dr. Marcus Knaup aus Wien über das Leben und die Spiritualität des Priesters.

Darüber hinaus wird ein 20-minütiger Film zu Andritzkis Seligsprechung gezeigt. Die Feierlichkeiten am Mittwoch, den 9. November, beginnen um 9:30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Universitäts- und Marktkirche. Danach spricht Prof. Dr. Andreas Wollbold, Pastoraltheologe an der LMU München, in Hörsaal 2 zum Thema "Märtyrer und wir. Anmerkungen zu einem vergessenen Maßstab".

"Mit dem Dies Academicus wollen wir in diesem Jahr daran erinnern, dass der Glaube immer auch eine politische Seite hat, die Widerstand und Einmischung erfordert. Andritzkis Leben ist diesbezüglich ein eindrucksvolles Zeugnis für unsere heutigen Studierenden", so die Rektorin der Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Maria Neubrand. Die Veranstaltungen zum Dies Academicus sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

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