Schulleiter Carsten Baumfelder am Eingang des schönen alten Schulgebäudes.
Schulleiter Carsten Baumfelder am Eingang des schönen alten Schulgebäudes.

PADERBORN Montessori im Riemeke

Premiere in Paderborn: Reformpädagogik hält bald Einzug an der Theodorschule

VON SABINE KAUKE

Unterrichtet wird jahrgangsübergreifend, aber gebunden an den Lehrplan des Landes, erläutert Baumfelder: "Einer lernt vom anderen." Bis eine völlige Durchmischung erreicht ist, wird es ab Startschuss also vier Jahre dauern. Sechs Klassen können an der anderthalbzügigen Theodorschule insgesamt untergebracht werden – in einem Jahr zwei Klassen eines Jahrgangs, im nächsten eine. Auch räumlich werden alle Ansprüche erfüllt: Neben großen, hellen Klassenzimmern stehen zwei Turnhallen, Werkraum sowie Differenzierungsräume zur Verfügung.

Maximal 25 Kinder pro Klasse können ab Sommer 2012 im gemeinsamen Unterricht (Kinder mit und ohne Behinderung) an der Theodorstraße starten, das offene Ganztagsangebot (16 Uhr) gilt weiterhin. Im November dieses Jahres können Kinder angemeldet werden – im Vorfeld ist eine Informationsveranstaltung für Eltern geplant. Sollte die Nachfrage größer sein als das Angebot, kommen zunächst Schüler aus dem Riemeke zum Zug.

Die Freiarbeit soll unter anderem auch zu einer Disziplin der Schüler führen, die von innen kommt und nicht vom Lehrer initiiert ist. Und zu einer entspannteren Arbeitsatmosphäre. "Wir bekommen von den weiterführenden Schulen viele positive Rückmeldungen. Zum Beispiel, wie gut die Kinder organisiert sind", sagt Maria Kuhnigk, Leiterin der Montessorischule Dörenhagen. Dort gibt es mittlerweile schon Wartelisten bis 2014. Je nach Anzahl der Dörenhagener Kinder kann die Schulleiterin meist aber nur fünf oder sechs Kindern aus dem Umland zusagen. "Dieses Jahr hätte ich zehn Schüler mehr aufnehmen können", berichtet Kuhnigk: "Daran erkennt man, dass die normale Regelschule nicht für alle Kinder gut ist."

Auch in Dörenhagen hatten sich Schulkonferenz und sechsköpfiges Kollegium für die Reformpädagogik entschieden. Damals suchte man nach Konzepten für jahrgangsübergreifendes Lernen. Auch, um den Schulstandort am Ort zu sichern. "Lehrer, Eltern und Kinder sind heute zufriedener", schwärmt Kuhnigk unter anderem von der Ruhe in den Klassen. Selbst auf dem Schulhof gebe es weder Stress noch Konkurrenz: "Wer einmal mit dem Montessori-Virus infiziert ist, kommt davon nicht mehr los."

Nach der Primarstufe ist allerdings Schluss, denn an weiterführenden Schulen fehlt bislang das Anschlussprogramm. Aber was nicht ist, kann ja noch werden: "Vom Grundsatz würde ich das nicht ausschließen", sagt der Beigeordnete Walter, der sich bei entsprechender Nachfrage beispielsweise einen Montessori-Zug an einer Gesamt- oder allgemeinen Sekundarschule vorstellen kann.

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