Schulleiter Carsten Baumfelder am Eingang des schönen alten Schulgebäudes.
Schulleiter Carsten Baumfelder am Eingang des schönen alten Schulgebäudes.

PADERBORN Montessori im Riemeke

Premiere in Paderborn: Reformpädagogik hält bald Einzug an der Theodorschule

VON SABINE KAUKE

Paderborn. Losgehen wird es erst im nächsten Sommer, aber schon jetzt hat Schulleiter Carsten Baumfelder "Anfragen aus ganz Paderborn". Es hat sich bereits herumgesprochen, dass bald an der ersten Paderborner Grundschule nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik unterrichtet wird: am Teilstandort Theodor des Grundschulverbundes Riemeke.

In einer Großstadt sollte dieses Angebot nicht länger fehlen, meint Schulleiter Baumfelder, der die Erweiterung des Regelschulangebotes in Kooperation mit Schulverwaltungsamt und Stadt auf den Weg bringt. "Wir haben das sehr wohlwollend begleitet", sieht der Städtische Beigeordnete diese Entwicklung "sehr positiv".

Im Kreis Paderborn gibt es bereits zwei Montessori-Schulen: Die Grundschule Dörenhagen arbeitet bereits im dritten Jahr nach der Pädagogik und ist seit 2010 offiziell Montessorischule als Regelschule – wie künftig die Theodorschule. Im Unterschied dazu ist die Montessori-Grundschule in Bosenholz (Salzkotten), die im vergangenen Sommer startete, eine Privatschule mit Trägerverein.

"Hilf mir, es selbst zu tun", lautet der Kernsatz der Pädagogik, benannt nach der italienischen Ärztin und Reformpädagogin Dr. Maria Montessori (1970-1952). Kinder folgen dem eigenen Lernbedürfnis, lernen nach ihren Fähigkeiten mit eigenem Lernmaterial, wählen selbst, womit sie sich beschäftigten. Freiarbeit – mit festen Regeln – statt Frontalunterricht.

"Montessori ist die konsequente Fortführung unseres Grundgedankens der letzten Jahre", sagt Baumfelder: "Jedes Kind besitzt besondere Fähigkeiten. Die zu entdecken und gezielt zu fördern ist unsere Aufgabe." Dabei biete das freie, mit besonderen Materialien zum "Begreifen" unterstützte und von speziell geschulten Pädagogen angeleitete Arbeiten besondere Möglichkeiten. 10.000 Euro pro Gruppe hat die Stadt als Erstausstattung fürs Material zugesagt. Die Schule will unter der Regie von Konrektorin Sabine Peters ein eigenes Konzept erstellen, sagt Baumfelder und betont, dass Montessori-Pädagogik "nicht mit antiautoritärer Erziehung zu verwechseln" sei.

Einige tausend Euro kostet die Ausbildung für Pädagogen. Auch die drei Lehrerinnen, die neu an der Theodorschule unterrichten werden, haben ihr Montessori-Diplom aus eigener Tasche bezahlt und berufsbegleitend 300 Stunden die Schulbank gedrückt. Hinzu kamen viele Hospitationen an (weit entfernten) Montessori-Schulen.

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