Juri Gottschall, Fotograf, und Markus Runte, Leiter des Museums für Stadtgeschichte Paderborn (v.l.), neben einer Fotografie von Dietmar Gottschall. - © FOTO: THERESA MEIER
Juri Gottschall, Fotograf, und Markus Runte, Leiter des Museums für Stadtgeschichte Paderborn (v.l.), neben einer Fotografie von Dietmar Gottschall. | © FOTO: THERESA MEIER

PADERBORN Den Augenblick festhalten

Werke von Dietmar Gottschall im Museum für Stadtgeschichte in Paderborn zu sehen

VON THERESA MEIER

Paderborn. "Wir wollen auch mal über den Tellerrand der Geschichte Paderborns schauen", betonte Markus Runte, Leiter des Museums für Stadtgeschichte. Ab Sonntag, 20. März, werden unter dem Titel "Deutsche Bilder. Fotografien 1965-1980" Werke von Dietmar Gottschall im Rahmen der Reihe "Zeitgeschichte im Bild" bis zum 29. Mai zu sehen sein.

Gottschall war hauptberuflich Journalist und sah die Fotografie eher als private Leidenschaft. Er verstand es mit spontanem und schnellem Blick die Menschen im Bild festzuhalten. Seine Fotografien stammen größtenteils aus dem alltäglichen Leben und zeigen verschiedene Straßenszenen, Menschen vom Kietz in Hamburg bis hin zu Wirtschaftsvorsitzenden der Elite Deutschlands.

"Dieser Kontrast macht das Besondere aus, wobei er aber beide Gesellschaftsschichten gleich behandelte", sagte sein Sohn Juri Gottschall, der das Werk seines verstorbenen Vaters in München betreut und mit den Bildern an die Öffentlichkeit gegangen ist. Die schwarz-weiß-Fotografien, von denen es ungefähr zehntausende gibt, seien keinesfalls schwermütig, sondern von Humor, Skurrilität und einer gewissen Ironie geprägt. "Mein Vater fotografierte am Rande, wie durch eine Nische hindurch, so dass zum Beispiel nicht der Sprecher bei einer Demonstration im Vordergrund des Bildes steht, sondern ein Mann vom Radio, der die ganze Szene aufnimmt", betont Juri Gottschall.

Die meisten Bilder sind in Hamburg, aber auch in Berlin und ländlichen Regionen entstanden. Wobei die genaue Zuordnung der Fotos für Juri Gottschall nicht immer ganz einfach ist. "Man sollte nicht nur auf die Titel und die Entstehungsdaten schauen, sondern einfach den Zeitgeist des Bildes sehen", so Markus Runte. Die wilden 60er-Jahre seien für die meisten Menschen noch greifbar und auch die jüngere Generation könne etwas mit dieser Zeit anfangen.

Die Paderborner können sich auf eine Ausstellung mit vielfältigen Motiven freuen. Die Fotos wurden schon auf internationaler Ebene gezeigt, doch nun werden sie zum ersten Mal in einem Museum zu sehen sein.

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