Die elf betroffenen Mitarbeiter des polnischen Werksunternehmens Pekabex in der Kantine der Firma Bremer. Die anderen Kollegen haben sich mit ihnen solidarisiert. Ganz vorn sitzt IG-Bau-Gewerkschaftssekretär Stefan Finke. - © FOTO: HOLGER KOSBAB
Die elf betroffenen Mitarbeiter des polnischen Werksunternehmens Pekabex in der Kantine der Firma Bremer. Die anderen Kollegen haben sich mit ihnen solidarisiert. Ganz vorn sitzt IG-Bau-Gewerkschaftssekretär Stefan Finke. | © FOTO: HOLGER KOSBAB

Vereinter Protest für entlassene Kollegen

Erfolgreiche Demonstration von Mitarbeitern / Pekabex-Geschäftsführung nimmt Kündigungen zurück

Paderborn. So schnell kann es gehen. Nachdem elf polnische Mitarbeiter des für die Paderborner Bremer AG tätigen Werksunternehmens Pekabex am vergangenen Montag ihre Kündigung erhalten hatten, wurden diese nach einem spontanen Protest von rund 50 Arbeitern gestern Vormittag von der Geschäftsführung zurückgenommen. Die betroffenen Mitarbeiter hatten sich im Vorfeld über zum Teil untragbare Arbeitsbedingungen beschwert, so Benno Gabriel, Gewerkschaftssekretär der IG Bau.

"Der Ursprungskonflikt ist beigelegt worden", sagt Gabriel. Fehlende Lohntransparenz war der Hauptkritikpunkt der Mitarbeiter und der Gewerkschaft. Der Verdienst wurde entweder bar ausgezahlt oder aufs Konto überwiesen – eine schriftliche Abrechnung fehlte allerdings. Somit war für die Pekabex-Arbeiter nicht nachvollziehbar, ob der Lohn stimme. Das wollten sie ändern. Eine Versammlung am vergangenen Freitag führte schließlich zu den Kündigungen. An dem Protest in dem Betrieb am Grünen Weg im Gewerbegebiet Frankfurter Weg beteiligten sich rund 40 weitere Kollegen, die sich mit den Betroffenen solidarisierten. "Es kann uns alle treffen", war ihr Tenor.

In Zukunft soll es Lohnabrechnungen geben. Eventuell schon rückwirkend für den Mai, so Gabriel. Die betroffenen elf Mitarbeiter sollen am nächsten Donnerstag in den Betrieb zurückkehren. Am Freitag darauf ist ein weiteres Treffen geplant. Dort werde geschaut, ob alles wirklich korrekt laufe, erläutert Gewerkschaftssekretär Stefan Finke. Mit der Firma Bremer hätten die genannten Unstimmigkeiten nichts zu tun. "Bremer ist sauber", so Finke. Seit mindestens 15 Jahren arbeitet Bremer mit Pekabex zusammen, ohne dass es Auffälligkeiten gegeben habe. "Es ist nicht unsere Absicht, von gesetzlichen Regelungen abzuweichen", sagt Vorstand Heinrich Hillebrand. Die Berechnung erfolge nach Volumen der anfallenden Arbeiten. "Wir wissen nicht, welcher Lohn dahinter steckt", so Hillebrand. Außer mit Pekabex hat Bremer einen Werksvertrag mit einem zweiten polnischen Unternehmen und weiteren 60 Mitarbeitern.
    

 
 
    
 
    

 
 
    

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