Wird eine Baustelle: Die Kulturwerkstatt wird demnächst umgebaut, damit mehr Raum für die Mitgliedsgruppen entsteht. In das frei stehende Gebäude rechts soll die Verwaltung einziehen, die bisher in der oberen Etage des rechten Kulturwerkstatt-Teils untergebracht ist. Der große Saal im linken Bereich soll höher werden. - © Holger Kosbab
Wird eine Baustelle: Die Kulturwerkstatt wird demnächst umgebaut, damit mehr Raum für die Mitgliedsgruppen entsteht. In das frei stehende Gebäude rechts soll die Verwaltung einziehen, die bisher in der oberen Etage des rechten Kulturwerkstatt-Teils untergebracht ist. Der große Saal im linken Bereich soll höher werden. | © Holger Kosbab

Paderborn Kulturwerkstatt Paderborn soll umgebaut werden

Die neue Planung sieht einen Umbau im Bestand vor. Die Verwaltung soll in das vorgelagerte Haus auf dem Gelände ziehen

Holger Kosbab

Paderborn. Im September wird die Kulturwerkstatt 30 Jahre alt. Ein Jahr später wird die Kulte, wie sie viele Paderborner nur nennen, dann erst einmal schließen – um später mit mehr Raum für die Mitglieder neu zu öffnen. Denn bei den Plänen für die Erweiterung der Paderborner Kulturwerkstatt geht es voran. Nach NW-Informationen soll das bestehende Gebäude umgebaut werden. Damit wäre ein zunächst angedachter Ergänzungsbau auf dem Gelände des Parkplatzes vom Tisch. Bis Juli soll ein entsprechender Ratsbeschluss vorliegen und das Vorhaben in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) aufgenommen werden. Im Wirtschaftsplan des städtischen Gebäudemanagements für die nächsten Jahre sind hierfür Mittel in Höhe von gut 4 Millionen Euro eingeplant. 2,93 Millionen Euro sollen als Zuschuss vom Land kommen. Ende 2019 soll es mit dem Umbau los gehen. Die Mitgliedsgruppen und Veranstalter müssten dann improvisieren, weil die Kulturwerkstatt für ein Jahr geschlossen werden soll. Entsprechend würden Ausweichquartiere für die Zeit des Umbaus benötigt. Die Zahl der Mitglieder ist auf 110 angewachsen Hintergrund des Umbaus ist das seit vielen Jahren bestehende Raumproblem. Errichtet worden war die Kulturwerkstatt als Nachfolgerin des selbstverwalteten Kultur- und Kommunikationszentrums – kurz Kukoz – am Tegelweg, das damals schließen musste. Am 3. September 1988 wurde mit 26 Gruppen gestartet, von denen einige noch heute aktiv sind. Die Zahl der Mitglieder ist mittlerweile auf 110 Gruppen und Einzelpersonen angewachsen. Die freien Kulturschaffenden und gesellschaftlich und kulturell aktiven Gruppen, Vereine und Vereinigungen haben einen wachsenden Bedarf an Räumen und Nutzungszeiten für Veranstaltungen oder Proben. In der früheren Planung sollte die Kulturwerkstatt Bestandteil des Integrierten Handlungskonzepts „Kernstadt West" sein. Bei dieser Planung für einen Erweiterungsbau habe die Stadt Paderborn laut NW-Informationen offenbar Bedenken, dass hierdurch der bestehende Bebauungsplan gekippt werden könne. Demnach seien keine strukturellen Veränderungen und auch kein erhöhtes Zuschaueraufkommen zulässig. Der Umbau im vorhandenen Gebäudekörper schließt die Umgestaltung des großen und kleinen Saals (Kleinkunstsaal) ein. In beiden Räumen sollen künftig parallel Veranstaltungen möglich sein. Bisher sei dies aufgrund des jeweils beeinträchtigenden Lärms ein Problem. Der große Saal soll künftig höher und die Säulen entfernt werden. Mit Umbau sind Erweiterungsmöglichkeiten an diesem Standort erschöpft Um Platz für neue Gruppenräume zu schaffen, soll die Verwaltung der Kulturwerkstatt aus der oberen Etage in das frei stehende Haus auf dem Gelände umziehen. Früher war hier die Paderborner Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit (Pigal) untergebracht. Damit wären die Erweiterungsmöglichkeiten in den vorhandenen Räumlichkeiten allerdings ausgeschöpft – obwohl der Bedarf vermutlich weiterhin nicht ausreichend gedeckt würde, wie die NW erfahren hat. Möglicherweise wäre trotz des Umbaus ein zweiter Standort für ein Paderborner Kulturzentrum sinnvoll. Laut NW-Informationen soll auch das Parken an der Kulturwerkstatt künftig wegfallen. Demnach sollen die Besucher in Zukunft das noch zu bauende Parkhaus an der Bahnhofstraße ansteuern. Auf mehr als 3.000 Quadratmetern bietet die Kulturwerkstatt eine Vielzahl unterschiedlicher Räume für die verschiedensten Aktivitäten. Der größere Raumbedarf wird über alle Fraktionen hinweg anerkannt und mitgetragen. Zuletzt hatte Reinhard Borgmeier für die Linksfraktion/Offene Liste im Betriebsausschuss Gebäudemanagement beantragt, das Vorhaben aus 2019 vorzuziehen, diesen Antrag jedoch zurück gezogen, nachdem die jetzige Planung zwei Tage zuvor im nichtöffentlichen Teil des Kulturausschusses präsentiert worden war. Diese Planung wurde danach auch in der Delegiertenversammlung der Kulturwerkstatt vorgestellt.

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