Paderborn Paderborner Notfalldose als „cooler“ Helfer im Ernstfall

Die wichtigsten Daten zur Krankengeschichte lagern im Kühlschrank

Svenja Ludwig

Paderborn. Ein Griff in den Kühlschrank soll zukünftig die Arbeit von Rettungskräften und Notärzten erleichtern. In der Tür des Küchenmöbels steht die sogenannte Notfalldose. Zwar muss der Plastikbehälter nicht gekühlt werden, der Aufbewahrungsort ist dennoch mit Bedacht gewählt. „Der Kühlschrank – einfach weil jeder einen hat“, erklärt Beate Osterholz vom Paderborner Marktplatz für ehrenamtliches Engagement. Schlaganfall, Herzinfarkt oder Unfall können laut Osterholz jeden treffen. Wenn so ein Unglück in den eigenen vier Wänden geschieht, wird meistens der Rettungsdienst alarmiert. Ärzte und Sanitäter sind dann auf wichtige Informationen, wie Vorerkrankungen oder Medikamentenunverträglichkeiten, angewiesen. „Manchmal sind aber keine Angehörigen oder Nachbarn da, die Auskunft geben können, manchmal stehen sie auch unter Schock“, weiß Osterholz. Zudem sei der Verletzte selbst häufig nicht in der Lage, präzise Angaben zu machen. Medizinische Dokumente, wie Arztbriefe oder Impfpässe, ließen sich in Stress und Eile auch nicht immer auftreiben. Wichtige Infos zur Krankengeschichte Im Inneren der Notfalldose befindet sich deshalb ein Übersichtspapier, auf dem die wichtigsten Informationen zur Krankengeschichte durch Ankreuzen vermerkt werden können. Ebenso ist Platz für die Kontaktdaten von Verwandten, die im Ernstfall benachrichtigt werden sollen. Selbst tierische Mitbewohner werden nicht vergessen: Für die Versorgung von Stubentiger, Wellensittich und Co. können Vertrauenspersonen notiert werden. „Es passen auch zwei oder mehr Infoblätter hinein, aber dann sollte man Fotos draufkleben, damit die Rettungskräfte den richtigen Zettel erwischen“, erläutert Osterholz. Grüne Aufkleber weisen den Weg Zwei kleine, grüne Aufkleber signalisieren den Nothelfern, dass eine Dose im Haushalt vorhanden ist. „Einer wird auf die Innenseite der Wohnungstür geklebt“, weiß Osterholz, „der andere von außen auf den Kühlschrank.“ Im Idealfall sollen die Sticker aber in Zukunft überflüssig, der Gang der Sanitäter zum Kühlschrank zur Selbstverständlichkeit werden. 1.000 Plastiktöpfchen verkauft der Marktplatz ab Mittwoch, 13. Dezember, jeweils mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr im historischen Rathaus Paderborn für 2 Euro pro Stück. „Wir decken mit dem Preis unsere Selbstkosten und zusätzlich geht eine kleine Spende an den Marktplatz“, erklärt Annette Bechthold. Die Notfalldose richtet sich nicht ausschließlich an Senioren: „Auch für junge Menschen mit Handicap oder Leute mit chronischen Krankheiten, Allergien, Prothesen oder Diabetes ist sie sinnvoll“, meint Osterholz. Und – da ist sie sich sicher – der gekühlte Helfer gebe durchaus auch ein tolles Weihnachtsgeschenk ab.

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