Der Paderborner soll dem Fiskus Sozialabgaben vorenthalten haben. - © Wolfgang Rudolf (Themenbild)
Der Paderborner soll dem Fiskus Sozialabgaben vorenthalten haben. | © Wolfgang Rudolf (Themenbild)

Paderborn Paderborner beschäftigte Scheinselbstständige aus Bulgarien

Dem Fiskus soll er so 450.000 Euro vorenthalten haben.

Jutta Steinmetz

Paderborn. Auf dem Bau mag ja ein rauer Ton herrschen. Die Vorgaben des Gesetzes gelten aber auch hier. Das musste jetzt ein Paderborner feststellen, der zwei Jahre lang Arbeiter aus Bulgarien beschäftigte, ohne für sie die fälligen Sozialbeiträge abzuführen. Seit Freitag muss er sich vor dem Landgericht Paderborn verantworten. Hoch- und Tiefbau, Gerüstbau, Baustoffhandel, es war ein weites Feld, auf dem sich der Paderborner mit seiner Firma tummelte. Bei seinen Aktivitäten griff er in der Zeit von 2011 bis 2012 gern auf Arbeiter aus dem Ausland, vor allem aus Bulgarien, zurück. Sein besonderer Kniff war dabei allerdings, dass 32 Männer als eigenständige Subunternehmer auftraten. Dabei waren sie „Arbeitnehmer ohne eigenes Vermögen", wie in der Anklageschrift zu lesen ist. Keinen Cent an Sozialabgaben gezahlt Stets habe der 46-Jährige seinen Mitarbeitern ihre Löhne in bar ausgezahlt – aber eben keinen Cent an Sozialabgaben abgeführt, so Staatsanwalt Thomas Heinz, der in der Anklage von „groben Eigennutz" spricht. Rund 452.000 Euro seien so der öffentlichen Hand entgangen. Ans Tageslicht kam dieses illegale Gebaren, als Zollfahnder eine Baustelle in Rheda-Wiedenbrück kontrollierten. Die Richter um die Vorsitzende Margret Manthey indes sehen noch einigen Klärungsbedarf. Sie stellten zwar dem Angeklagten eine zweijährige Bewährungsstrafe für sein Geständnis in Aussicht. Aber bevor sie ihr Urteil am kommenden Freitag sprechen werden, wollen sie noch zwei Zeugen aus dem Finanzamt und von der Rentenkasse hören, um Erkenntnisse über die genaue Schadenshöhe zu gewinnen.

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