Schon im März nicht glücklich: Karsten Grabenstroer (3. v. r.) im Kreis der Fraktionskollegen Alexander Senn (v. l.) und Sascha Pöppe sowie mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Michael Hadaschik, Nicola Hagemeister und Christian Rörig, der jetzt ebenfalls austrat. Beide dementierten, die auffällige Haltung ihrer Mittelfinger habe irgend etwas zu bedeuten, wie das selbst FDP-Mitglieder argwöhnten. - © FDP
Schon im März nicht glücklich: Karsten Grabenstroer (3. v. r.) im Kreis der Fraktionskollegen Alexander Senn (v. l.) und Sascha Pöppe sowie mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Michael Hadaschik, Nicola Hagemeister und Christian Rörig, der jetzt ebenfalls austrat. Beide dementierten, die auffällige Haltung ihrer Mittelfinger habe irgend etwas zu bedeuten, wie das selbst FDP-Mitglieder argwöhnten. | © FDP

Paderborn FDP-Ratsherr Karsten Grabenstroer wechselt zur CDU

Liberale im Stress: Karsten Grabenstroer und Christian Rörig kehren der FDP den Rücken. Über die Gründe schweigen sie sich aus

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Da waren es noch zwei: Die bei den letzten Kommunalwahlen auf drei Mitglieder zusammengeschrumpfte FDP-Fraktion im Paderborner Stadtrat muss ab sofort mit nur noch zwei Sitzen auskommen. Karsten Grabenstroer, für die FDP bisher auch stellvertretender Bürgermeister, hat nach Angaben des FDP-Stadtverbandsvorsitzenden Michael Hadaschik seinen Austritt aus der Partei und nach gemeinsamen Angaben von FDP und CDU seinen Wechsel in die CDU-Fraktion ausgesprochen. Grabenstroer selbst reagierte nicht auf Anfragen der NW dazu. Ebenfalls aus der FDP ausgetreten ist Christian Rörig, der aktuell Beisitzer in Ratsgremien für die FDP-Fraktion war und zwischen 2009 und 2014 als Ratsherr fungierte. Auch er wollte im Gespräch keine näheren Angaben machen, ging aber anders als Grabenstroer immerhin ans Telefon. Die Austritte setzen einen vorläufigen Schlusspunkt unter seit längerem andauernde Querelen innerhalb von Partei und Fraktion. Einen etwas bizarren Höhepunkt hatte es bereits im März gegeben, als Grabenstroer und Rörig auf einem Gruppenfoto vom FDP-Stadtparteitag mit einer für viele Beobachter eindeutig zweideutigen Geste des Missvergnügens posierten. Alexander Senn wurde Vorsitzender Grabenstroer war nach dem Aus- und Rücktritt des FDP-Fraktionschefs Dominic Gundlach ebenfalls in diesem Jahr - dieser stürzte über inzwischen eingestellte staatsanwaltliche Ermittlungen - Ambitionen auf den Fraktionsvorsitz nachgesagt worden. Nach Gegenwind auch aus der erweiterten Fraktion, die zusätzlich aus sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern besteht, kandidierte er jedoch nicht, so dass Alexander Senn einstimmig und ohne Enthaltungen von der Dreierfraktion zu ihrem Vorsitzenden gewählt wurde. Alexander Senn bedauerte in einer Pressemitteilung, dass Grabenstroer den seit 2013 beschrittenen Weg einer "inhaltlichen Neuaufstellung" nicht mitgehen wolle. Er sei aber sicher, dass "mit dem Austritt von Karsten Grabenstroer die intrafraktionellen Auseinandersetzungen beendet sind". Die FDP-Fraktion werde "zeitnah entscheiden", wer nun stellvertretender Bürgermeister werde oder die freien Ausschussposten übernehme. Es gebe dafür genug in Frage kommende Leute, so Senn. Es sei normal, dass immer wieder auch Sachkundige nachrücken würden, sagte er mit Blick auf die mehrfachen Wechsel unter den FDP-Sachkundigen allein in diesem Jahr. Markus Mertens, Vorsitzender der CDU-Fraktion, stellte klar, dass Grabenstroer zwar in die Fraktion aufgenommen werde, zur Zeit aber noch kein CDU-Mitglied sei. Die laufenden Haushaltsberatungen zeigten im Übrigen, dass es zwischen den beiden Koalitionspartnern große Schnittmengen in den politischen Vorstellungen gebe.

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