Archäologie frühmittelalterliche Spuren in Paderborn: Claudia Melisch (v. l.), Marvin Mädel und Sveva Gai. - © Mareen Kloppenburg
Archäologie frühmittelalterliche Spuren in Paderborn: Claudia Melisch (v. l.), Marvin Mädel und Sveva Gai. | © Mareen Kloppenburg

Paderborn Archäologen entdecken frühmittelalterliche Siedlung in Paderborn

Die Forscher hätten im Neubaugebiet Springbach Höfe bereits fünf Teilgrundrisse von Pfostenbauten entdeckt.

Paderborn (epd). Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in einem Paderborner Neubaugebiet eine rund 1.000 Jahre alte Siedlung entdeckt. Die Überreste der mittelalterlichen Häuser würden nun freigelegt, bevor auf dem Gelände ein neues Stadtviertel entstehe, erklärte der LWL am Dienstag. Die Forscher hätten im Neubaugebiet Springbach Höfe bereits fünf Teilgrundrisse von Pfostenbauten entdeckt. Dazu kämen noch einmal so viele Grubenhäuser. Bei den Grubenhäusern handele es sich um Wohn- oder Werkstattgebäude, die in den Boden eingegraben wurden, hieß es. Von den Häusern blieben bis heute verfüllte Gruben zurück. Auch nach mehr als 1.000 Jahren seien die Grundrisse der mittelalterlichen Häuser noch gut erkennbar. Gebiet kaum archäologisch erforscht Die Häuserreste seien vermutlich Teil einer karolingisch-ottonischen Siedlung, erklärte der Landschaftsverband. Die Entdeckung sei für Archäologen von besonderem Interesse. Während westlich von Paderborn zahlreiche Siedlungsspuren von der Eisenzeit bis ins Mittelalter bekannt seien, sei das Gebiet im Paderborner Osten archäologisch kaum erforscht. Im vergangenen Jahr hatte der Bau von Windrädern zur Entdeckung der mittelalterlichen Siedlung Marsfelde geführt. Anhand von schriftlichen Überlieferungen hätten Archäologen zahlreiche weitere Siedlungen in diesem Raum vermutet, hieß es. Die aktuelle Ausgrabung im Osten der Stadt sei ein neuer wichtiger Baustein zur Erforschung des Paderborner Umlandes im Mittelalter.

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