Die Diskussion um das Baugebiet Am Kalberdanz geht weiter. - © Marc Köppelmann
Die Diskussion um das Baugebiet Am Kalberdanz geht weiter. | © Marc Köppelmann

Paderborn Naturschützer beharren auf mehr Abstand zum Padersteinweg

Am Kalberdanz: Auch die zweite Version des neuen Bebauungsplanes stößt auf Kritik.

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Die Kuh ist längst nicht vom Eis: Auch die zweite Version des neuen Bebauungsplanes für das 1,3 Hektar kleine Baugebiet „Am Kalberdanz" zwischen Neuhäuser Straße und Padersteinweg stößt nicht auf Begeisterung. Nach Gesprächen mit Kommunalpolitikern zeichnet sich zwar ab, dass einige Anwohner einlenken. Vor allem aus den Reihen von Verbänden kündigt sich aber weiterer Widerstand an. Dazu gehören Pro Grün, der Naturwissenschaftliche Verein und der Bund für Tier- und Naturschutz. Sprecher Fritz Buhr bekräftigte gegenüber der Neuen Westfälischen die Kritik vor allem am Abstand der Bebauung zum Padersteinweg. Dieser wird mit zwischen 30 und 34 Metern angegeben. Buhr: „Wir halten 60 Meter im Sinne des Naturschutzes für nötig." Es sei nachgewiesen, dass viele Vogelarten in der Paderaue gerade auf Höhe der Kleingartenanlage, die nun aufgegeben werden soll, leben. Unter anderem wegen des Insektenreichtums rund um den dortigen Wassergraben. Dessen Wasserzufuhr sei in Gefahr, wenn das höher gelegene Areal zu erheblichen Teilen versiegelt oder mit einer Tiefgarage abgeriegelt werde, kritisiert Buhr den Umweltbericht im Rahmen der Pläne. In diesem werde zudem die gute Bodenqualität der Kleingärten wegen angeblicher Altlasten in Form einfacher Steinplatten schlecht geredet. Nicht nachvollziehbar sei zudem, so Buhr, dass ausgerechnet das große Mehrfamilienhaus am nördlichen Ende der Straße „Am Kalberdanz" als Referenzobjekt für die neue Bauflucht akzeptiert werde. Buhr: „Es wurde doch allgemein anerkannt, dass dieses Haus dort nie hätte genehmigt werden dürfen." Pro Grün und auch der Naturwissenschaftliche Verein seien sich schon jetzt einig: „Jeder Meter Richtung Paderaue ist ein Meter zu viel." 6.000 Bürger haben unterschrieben Man verstehe sich ausdrücklich als Sachwalter der inzwischen nach eigenen Angaben annähernd 6.000 Bürgerinnen und Bürger, die für eine Beibehaltung des geltenden Bebauungsplanes per Unterschrift eingetreten sind. Damit wäre nur eine eingeschossige Bebauung möglich. Das Gegenargument der Verwaltung, damit sei aber auch ein Großbau mit mehreren Staffelgeschossen durchsetzbar, halte man lediglich für ein Schreckgespenst. Buhr: „Die Leute treten für 60 Meter Abstand und eine 'maßvolle eingeschossige Bebauung' ein. Das ist für mich maßgebend." Auch an der geplanten Ausgleichsmaßnahme in Elsen übt Buhr Kritik: In Richtung eines Kompromisses könne es gehen, wenn die Stadt statt der beabsichtigten fünf Meter jenseits des Padersteinwegs zehn Meter ankaufen würde und vor Ort eine Begrünung der Häuser vorschreibe. Politisch diskutiert werden die neuen Pläne am kommenden Donnerstag, 17 Uhr, im Rahmen der Sitzung des Bauausschusses im Technischen Rathaus, Pontanusstraße 55.

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