Ausgezeichnet: Bürgermeister Michael Dreier (r.) überreicht Wilhelm Peters die Urkunde. Wegen der gelungenen Verbindung von Kunst und Technik in der Glasmalerei, habe er den Preis "in jeder Weise verdient", meint Laudator Christoph Stiegemann (l.). - © Svenja Ludwig
Ausgezeichnet: Bürgermeister Michael Dreier (r.) überreicht Wilhelm Peters die Urkunde. Wegen der gelungenen Verbindung von Kunst und Technik in der Glasmalerei, habe er den Preis "in jeder Weise verdient", meint Laudator Christoph Stiegemann (l.). | © Svenja Ludwig

Paderborn Kulturpreisträger macht Paderborn in der ganzen Welt bekannt

Fenster der Welt: Die Glaskunst von Wilhelm Peters schmückt Sakralbauten und andere Gebäude überall auf der Erde. Dafür wurde er am Sonntag mit dem Kulturpreis der Stadt Paderborn ausgezeichnet

Svenja Ludwig

Paderborn. Einen "Kunstbotschafter der Stadt Paderborn", der den Namen der Paderstadt in vielen Ländern der Welt bekannt mache, nannte Bürgermeister Michael Dreier ihn: Wilhelm Peters, Geschaftsführer der gleichnamigen Glasmalerei am Hilligenbusch. Am Sonntagvormittag wurde der Firmenchef im historischen Rathaus mit dem Paderborner Kulturpreis ausgezeichnet. Das 1912 von Peters' Großvater Otto gegründete Familienunternehmen habe der Geehrte in den vergangenen 37 Jahren "zu seiner heutigen Größe und Bedeutung" fortentwickelt, so Laudator Christioph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums. In den Glaswerkstätten Peters entstehen aus Künstlerentwürfen gläserne Gemälde. Als Fenster schmücken diese unter anderem Sakralbauten auf der ganzen Welt. Gleichermaßen hat der 64-Jährige das Kunsthandwerk ins 21. Jahrhundert geführt. So füge Peters "die große Tradition der in Bleirutennetz gefassten Glasmalerei und neueste computergesteuerte glastechnische Verfahren" aneinander, lobte Stiegemann. Das Unternehmen hat eine Methode entwickelt, durch die das Glas ohne Bleikonturen bemalt und gebrannt werden kann. Peters widmet sich längst nicht mehr nur Kirchen. Auch die "Kathedralen der Neuzeit", wie Flughäfen oder U-Bahnstationen, stattet er mit seinen fragilen Werken aus. "Sein nimmermüder Geist sucht ständig neue Herausforderungen, muss stets Althergebrachtes umstoßen und in der Verbindung von scheinbar unvereinbaren Gegensätzlichkeiten die Quadratur des Kreises wagen", beschrieb Laudator Christoph Stiegenmann den Kulturpreisträger und kennzeichnete seinen Charakter mit den Eigenschaften "Zurücknahme, Demut und Bescheidenheit". Peters lebe zudem "Standorttreue ohne provinzielle Enge", begreife "Familie nicht als Korsett, sondern als Grundierung". "Derart widerständige Menschen, die ihren ganz eigensinnigen Beitrag leisten zum Beziehungsgeflecht, das sich Heimat nennen darf, solche Menschen braucht und ehrt diese Stadt", unterstrich der Museumsdirektor. Wilhelm Peters gehe es um Kunst, die das Alltagsleben bereichere, und nicht um Kunst, die als Wertanlage weggeschlossen werde. Köln, Sevilla, New York: Weltweit erfreuen sich Menschen tagtäglich an der Arbeit des Ostwestfalen. Wilhelm Peters selbst begreift sich als "Diener der Kunst" und als "Dienstleister für die Künstler". Sein Unternehmen sei das "Orchester", das den Künstlern zur Seite stehe. "Die Künstler sind unser Herzblut", sagte Peters. Arme, Beine, Hände und Köpfe des Erfolgs seien seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und so nahm er denn auch die Auszeichnung stellvertretend für sein ganzes Team entgegen. Das Preisgeld von 5.000 Euro werde er an seine Mitarbeiter weitergeben "als Anerkennung ihres tatkräftigen Tuns", versprach Peters. "Ich bin dankbar und glücklich, dass wir an diesen bedeutenden Orten arbeiten durften", erklärte der Preisträger. Gleichzeitig liebe er seine Paderstadt und freue sich, dass er einen kleinen Beitrag habe leisten können, "um unsere Stadt noch schöner zu machen". Denn auch Paderborn stehen die gläsernen Gemälde gut zu Gesicht. Seien es Fenster des Doms, der Stephanuskirche oder gar im Rathaus. Aktuell gestaltet der Kunsthandwerker die Fenster der Sammlung Nachtmann. Peters wolle "Künstlern in dieser Welt mehr Platz geben". "Wilhelm Peters hat bei allem Engagement für seine Künstler seine eigenen künstlerischen Ambitionen nie vergessen", berichtete Stiegemann. Ein weiteres Projekt ist im Centre international im französischen Chartres zu sehen. Dort sind über 300 quadratische Glasscheiben ausgestellt, die von verschiedenen Künstlern gestaltet wurden.

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