Vor dem Landgericht Paderborn wurde ein 25-jähriger Student wegen Handels mit Dopingmitteln verurteilt. - © picture alliance / dpa
Vor dem Landgericht Paderborn wurde ein 25-jähriger Student wegen Handels mit Dopingmitteln verurteilt. | © picture alliance / dpa

Paderborn Haftstrafe für Studenten wegen Handels mit Dopingmitteln

Lieferung aus China war bei einer Zollkontrolle aufgefallen.

Jutta Steinmetz

Paderborn. Zweieinhalb Jahre Haft: 25-Jähriger aus Altenbeken bestellte für einen Dealer Dopingmittel in China. Als er gefasst wurde, gab er den Fahndern vom Zoll Tipps, die zu Festnahmen in Offenbach führten. Eigentlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Menschen ihren Körper für wichtig halten, ihn trainieren und ihn vielleicht auch ansehnlich machen wollen. Doch wenn das Stemmen von Gewichten, das Dehnen und Strecken nicht mehr reicht, dann kann es gefährlich werden. So wie es bei Jonathan L. (Name geändert) der Fall war. In dem Bestreben, seinen „Körper zu optimieren", wurde er kriminell. Am Freitag musste sich der 25-Jährige vor dem Landgericht Paderborn verantworten – wegen des Handelns mit Dopingmitteln. Über Eigenbedarf zum Händler geworden Begonnen hatte alles harmlos. Jonathan L. trainierte gern und viel im Fitnessstudio. Doch irgendwann sah er sich in seiner sportlichen Leistungsfähigkeit „in einer Sackgasse". Mittendrin in der Bodybuilder-Szene hörte er viel, das Surfen im Internet tat das Seinige dazu. So begann L. illegale Mittel zu schlucken. Schon bald bekam er über ein Internetforum Kontakt zu einem Händler, der ein breites Spektrum an Pulvern, Tränken und Pillen feilbot, die zwar verboten sind, aber den Körper stählen. Jonathan L., als Student finanziell nicht auf Rosen gebettet, wurde erst zum Stammkunden und dann zum Gehilfen des Dealers, konnte er doch dem Angebot des in Offenbach lebenden 31-Jährigen nicht widerstehen. Drei mal schickte er in dessen Auftrag Bargeld nach China und ließ sich jeweils ein Kilo Grundstoffe für Dopingmittel nach Altenbeken schicken, die er dann an eine fingierte Adresse weiterleitete. Entlohnt wurde dieser Dienst mit Geld, das Jonathan L. teilweise selbst in den Kauf von Dopingmitteln, teilweise in seinen Sparstrumpf steckte. Außerdem versorgte er selbst sechs Mal Bekannte aus der Bodybuilder-Szene mit verbotenen Substanzen. Auch Auftraggeber gefasst Als er im August 2016 erstmals in den Fokus von Fahndern geriet, überredete er einen Freund aus Paderborn, seine Adresse für die Pakete anzugeben. Doch auch der kam ins Visier des Zolls. Im März fiel bei einer Stichprobe im Internationalen Paketzentrum ein Paket mit verdächtigen Substanzen auf. Von dem Paderborner war es nur noch ein kurzer Weg bis zu Jonathan L., der sofort alles gestand und den Fahndern wertvolle Tipps gab. Im Oktober konnte sein Auftraggeber samt etlicher Helfer in Offenbach festgenommen werden. Ein gutes Argument für ein mildes Urteil der Richter der 1. Großen Strafkammer. Sie verurteilten Jonathan L. zu zweieinhalb Jahren Haft.

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