Markant: An der Schloßstraße bestimmt Fachwerk das historisch gewachsene Ortsbild. - © Viktoria Bartsch
Markant: An der Schloßstraße bestimmt Fachwerk das historisch gewachsene Ortsbild. | © Viktoria Bartsch

Paderborn Ortskern von Schloß Neuhaus soll denkmalgeschützt werden

Eine Bereichssatzung soll dafür sorgen, dass das historische Landstadtidyll erhalten bleibt.
 Betroffen wären nicht nur die Besitzer von Häusern unter Denkmalschutz

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Die Arbeitsgemeinschaft Historische Orts- und Stadtkerne in Nordrhein Westfalen ist ein illustrer Kreis. 56 Städte, darunter im Hochstift Höxter, Warburg, Brakel und Nieheim, gehören dazu. Die Landstädtchen werden seit Jahren mit Landesmitteln ganz besonders herausgeputzt und haben so ein Markenzeichen entwickelt – gut für Image und Tourismus. Auch in Schloß Neuhaus würde so mancher gerne dazu gehören, der sich der Pflege des historischen Ortskerns verschrieben hat. Denn, so Thomas Günther von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Paderborn: „In den zwanzig Jahren nach der Landesgartenschau in Schloß Neuhaus hat es aus denkmalpflegerischer Sicht durchaus die eine oder andere Fehlentwicklung gegeben." Gegengesteuert werden soll jetzt mit einer sogenannten Denkmalbereichssatzung. Diese würde nicht einzelne Bauwerke, sondern das gesamte Erscheinungsbild eines Areals unter Schutz stellen. Der Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande sprach sich jetzt einstimmig dafür aus, ein solches Regelwerk, das eine der Voraussetzungen für die Aufnahmen in die NRW-Arbeitsgemeinschaft ist, ausarbeiten zu lassen. 240 Häuser wären betroffen Betroffen davon wären die Besitzer von rund 240 Häusern im historischen Ortskern. 50 Bauwerke sind dort bereits in der Denkmalliste eingetragen, weitere 50 gelten als erhaltenswert. Aber auch die Besitzer aller anderen Immobilien müssten sowohl Veränderungen an ihren Häusern als auch zum Beispiel an Umzäunungen vorher beantragen oder zumindest bei der Behörde anzeigen. Trotz der möglichen Zuschüsse, die es dann dafür geben würde, wäre das für manche Hausbesitzer dennoch möglicherweise eine bittere Pille. Deswegen hatte im Sommer eine Kommission aus Kommunalpolitikern die mit Neuhaus vergleichbare westfälische Stadt Werne besucht, in der eine solche Satzung für den historischen Kern seit 2003 in Kraft ist. Auch dort habe es anfangs Vorbehalte gegeben, die aber längst ausgeräumt worden seien, berichtete Thomas Günther. Als positiv gelte, dass Bauherren mit einer solchen Satzung neben Abschreibungsmöglichkeiten auch Entscheidungshilfen für die Gestaltung bekämen. Aus den Reihen des Bezirksausschusses wurde seitens der SPD angeregt, die Einführung einer solchen Satzung unbedingt mit einer Informationsveranstaltung für die Bürger zu begleiten. Die CDU schlug zusätzlich vor, alle betroffenen Hausbesitzer gezielt schriftlich zu informieren. Wenn Bauausschuss und Stadtrat zügig zustimmen, könnte laut Günther eine entsprechende Satzung bis Mai 2018 vorliegen.

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