Erinnerung an 1955: Die weihnachtliche Foto-Drogerie Trapp am Kamp Nr. 31. - © Kuno Trapp
Erinnerung an 1955: Die weihnachtliche Foto-Drogerie Trapp am Kamp Nr. 31. | © Kuno Trapp

Paderborn Drogerie Trapp übergibt Fotosammlung an Stadt- und Kreisarchiv

Paderborn. Jahrzehnte lang war die Foto-Drogerie Trapp am Kamp eine gute Adresse für Fotoarbeiten aller Art, egal ob es um Filmentwicklungen oder um die Reproduktion von Fotografien ging. Was nicht jeder weiß: Kuno und Sohn Klaus Trapp griffen auch selbst zur Kamera. So kam im Laufe der Jahre ein ansehnlicher Bestand an Bildern zusammen, den Klaus Trapp nun dem Stadt- und Kreisarchiv überlassen hat. Der Drogist Kuno Trapp, 1921 im niederrheinischen Praest, heute Emmerich, geboren, kam Anfang Januar 1951 über Hamm nach Paderborn. Die Stadt befand sich Mitten im Wiederaufbau, eine spannende Zeit, die Kuno von Beginn an rund um sein neues Zuhause am Kamp mit der Kamera festhielt. Die Fach-Drogerie, in der zuletzt 5.000 Artikel angeboten worden waren, wechselte mehrfach den Standort: Vom Kamp 37 zog die Familie 1954 in den Kamp 33, 1991 schließlich in den Kamp 41, in die Nachbarschaft der Volkshochschule. Fotoarbeiten, vor allem Entwicklungen der Chemiefilme über Nacht, machten etwa die Hälfte des Umsatzes aus. Hinzu kam der Verkauf von Reproduktionen historischer Ansichtskarten und historischer Fotos, zu denen im Laufe der Zeit auch die eigenen Originale gehörten. Kuno hielt aber nicht nur die baulichen Veränderungen, vor allem die am Kamp, mit der Kamera fest, sondern bewies auch im Alltag ein sicheres Auge, etwa wenn er die ratternde Straßenbahn im Straßenbild mit seiner Kamera beobachtete. Geschäftsaufgabe im Januar 2017 Sohn Klaus wurde schon als Paderborner geboren. Nach einer Ausbildung in den Jahren 1971 bis 1974 in der Drogerie Seidel trat er ins elterliche Geschäft ein und betätigte sich ebenfalls als Fotograf. Ihm sind zum Beispiel Aufnahmen des Besuches von Papst Johannes Paul II. 1996 in Paderborn oder des Umbaus der Kasseler Tor-Brücke 1997 zu verdanken. In diesem Jahr verstarb auch Kuno, und Klaus führte die Drogerie allein weiter. Im Januar 2017 gab Klaus Trapp aus Altersgründen das Geschäft auf und übergab die Trappsche Bildüberlieferung, die sich in fast 70 Jahren angehäuft hatte, dem Stadt- und Kreisarchiv. "Ich bin froh", so Klaus Trapp, "dass die Arbeiten meines Vaters und meine eigenen nicht verloren gehen, sondern im Stadt- und Kreisarchiv ein dauerndes Zuhause finden. Dies war auch schon seit einigen Jahren so geplant." Das Konvolut besteht aus Fotoalben, Ordnern mit Bildnummern für die Nachbestellung (meist Reproduktionen), tausenden Dias, etlichen Filmnegativen und Ansichtskarten. Die Erschließung dieser umfangreichen Sammlung wird einige Zeit in Anspruch nehmen, die Bilder werden dann aber allen Besuchern des Stadt- und Kreisarchivs zugänglich sein.

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