Der Blues: Musik ist ein zentrales Thema und oft Ausgangspunkt von Wolfgang Stratmanns Siebdrucken. - © Mareike Gröneweg
Der Blues: Musik ist ein zentrales Thema und oft Ausgangspunkt von Wolfgang Stratmanns Siebdrucken. | © Mareike Gröneweg

Paderborn Paderborner Galerie@19: Vernissage mit Bluesmusik

Die Schau „Crossroads" von Wolfgang Stratmann und Ulrich Kügler eröffnet am Freitag

Mareike Gröneweg

Paderborn. Kreuzungen sind Orte, wo Straßen zusammenlaufen, sich treffen und wieder auseinander gehen. Genau dieses Bild wählten die Künstler Wolfgang Stratmann und Ulrich Kügler als Titel und Thema ihrer gemeinsamen Ausstellung „Crossroads". Die Werkschau zeigt Radierungen, Drucke, Objekte und Gemälde in der Galerie@19 und wird am Freitag um 19 Uhr eröffnet. Für die Künstler ist es nicht die erste gemeinsame Ausstellung, denn man kennt sich: Sie arbeiteten eine Zeit lang beide als Kunstlehrer am Mindener Ratsgymnasium, erzählt Wolfgang Stratmann. „Wir kennen uns gut und wissen, was der andere denkt." Das spiegelt sich auch in der Ausstellung: Die Werke wirken aufeinander eingespielt, fast schon einander ergänzend, obwohl sie von zwei Personen stammen und beide einen anderen Ansatz verfolgen. Stratmanns Ausgangspunkt für die gezeigten Radierungen und Siebdrucke ist die Bluesmusik: „Zwar ist Musik etwas Abstraktes, aber sie kann sich dennoch mit Farbe verbinden." Blueskünstler wie Robert Johnson, Muddy Waters, Howlin Wolf oder Etta James inspirierten ihn und wurden Teil der Kunstwerke. „Ich arbeite viel mit Siebdrucken, die meist von Fotografien abgeleitet werden", so Stratmann. Anders als Fotografien entwickeln sich seine Siebdrucke über einen längeren Zeitraum und zeigen somit keine Momentaufnahme, sondern das Ergebnis eines andauernden Schaffungsprozesses. Das Unerklärliche, das Durcheinander Auch die Gleichzeitigkeit von Elementen in einem Bild wird bei Stratmann zu einem wiederkehrenden Motiv. Eine Collage zeigt Szenen aus dem Genre prägenden Film „Die fabelhafte Welt der Amélie", die neben Pariser Straßenbildern aus den 1920ern stehen und gleichzeitig sieht man ein Bild von Stratmanns Hauskatze. Diese Simultanität fasziniert den Künstler – es soll für das Unerklärliche, das Durcheinander in der Welt stehen. Das Unbegreifliche ist auch ein zentrales Motiv der Gemälde des zweiten ausstellenden Künstlers, Ulrich Kügler. Die gezeigten Objekte, Drucke und Bilder sollen vom Betrachter aktiv erschlossen werden, ihre Bedeutung wird nicht auf den ersten Blick offensichtlich. So zeigt ein Bild eine junge Frau, die an mehrere Kabel angeschlossen ist und scheinbar ihre Hirnströme messen lässt. Dahinter stecken Fragen nach naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und ihren Einfluss auf die Menschen. Kügler beschreibt die Intention und Thematik seiner Werke als Versuch, sein individuelles Weltverständnis künstlerisch zu vermitteln. Diesen Versuch unternehmen beide Künstler in der Ausstellung „Crossroads". Mal verschachtelt, mal politisch, aber immer mit Botschaft. Die Ausstellung wird bis zum 26. November donnerstags bis sonntags von 16 bis 19 Uhr in der Galerie@19 gezeigt.

realisiert durch evolver group