Versteigert: Die Wohn- und Geschäftsimmobilie an der Marienstraße 22. - © Marc Köppelmann
Versteigert: Die Wohn- und Geschäftsimmobilie an der Marienstraße 22. | © Marc Köppelmann

Paderborn Zwangsversteigerung: 1,97 Millionen fürs Filterhaus in Paderborn

Im Amtsgericht bekommt die Paderborner Firma D&S Immobilien GbR im zweiten Anlauf den Zuschlag für das Wohn- und Geschäftsgebäude

Holger Kosbab

Paderborn. Im zweiten Anlauf hat die D&S Schulz Immobilien GbR aus Paderborn das Rennen um das ehemalige Sporthaus Filter gemacht. Bei der erneuten Zwangsversteigerung des Wohn- und Geschäftsgebäudes an der Marienstraße 22 im Paderborner Amtsgericht erhielt D&S für 1,97 Millionen Euro den Zuschlag. Der Kaufpreis lag damit etwas über dem gutachterlich ermittelten Verkehrswert von 1,86 Millionen Euro und erheblich über dem Höchstgebot einer ersten Versteigerung im April. Um 13.23 Uhr am Donnerstag war die Versteigerung beendet. Nach einer einstündigen Beratungspause war die Zukunft des früheren Sporthauses Filter dann endgültig besiegelt und Rechtspfleger Markus Schübeler hatte D&S den Zuschlag erteilt. Die neuen Besitzer David und Stephan Schulz (D&S) sind Vater und Sohn. Sie sagten, dass sie die Immobilie langfristig aus- und aufbauen wollen. Dabei soll die Doppelnutzung als Wohn- und Geschäftsgebäude erhalten bleiben. Genaue Details nannten die beiden aber nicht. Das Geschäftsfeld der Firma D&S umfasse laut eigener Aussage vorwiegend Mietobjekte. Zuschlag zuerst nicht erteilt Mit einem Gebot von 750.000 Euro hatte D&S das Wettbieten eröffnet. Danach ging es in 35 weiteren Schritten bis knapp an die 2-Millionen-Euro-Marke, die jedoch nicht gerissen werden sollte. Als David Schulz im 36. Gebot die Summe von 1,97 Millionen Euro nannte, bedeutete dies den Zuschlag. Bis dahin hatte die Jaspers Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG (Paderborn) kräftig mitgeboten. Die Bauwerkplan GmbH aus Köln (mit einem Büro in Paderborn) war bei 1,5 Millionen Euro ausgestiegen. Nach der ersten Versteigerung am 4. April hatte die Sparkasse Paderborn-Detmold als Gläubigerin beim späteren Zuschlagsverkündigungstermin (9. Mai) den Zuschlag nicht erteilt und die einstweilige Einstellung des Verfahrens beantragt. Nicht zum Zuge kam deshalb die Tatar Holding aus Paderborn, die damals - vor D&S - mit 1,57 Millionen Euro das höchste Gebot abgegeben hatte, sich diesmal jedoch nicht am Wettsteigern beteiligte. Etwa 30 Interessierte füllten erneut die Stuhlreichen im kleinen Sitzungssaal 218. Wie schon beim ersten Versteigerungstermin hatte der Verkäufer Martin Filter Vollstreckungsschutz für seine in dem Haus lebende 87-jährige Mutter beantragt. Der neue Besitzer David Schulz betonte, dass die Frau selbstverständlich in dem Haus wohnen bleiben könnte. Von den drei Wohnungen sind zwei belegt: neben der, in der die Mutter des Verkäufers lebt, ist eine zweite vermietet. Im Erdgeschoss ist eine Filiale des Sonderpostenmarktes Tedi. Gemenge um das Objekt kompliziert Wie schon bei der ersten Versteigerung gestaltete sich die Gemengelage rund um das Objekt äußerst kompliziert. Erst nach anderthalb Stunden ging es los. Zuvor mussten etliche Anträge durchgegangen werden - unter anderem von Martin Filters früherer Ehefrau Susanne Filter. Zudem kritisierte sie das Wertgutachten. Laut ihrer Kenntnisse sei die Kostenbeteiligung des künftigen Besitzers an der Attraktivierung der Königsplätze mit 19.000 Euro zu niedrig angesetzt. Sie habe von 70.000 bis 100.000 Euro gehört. Genauso gebe es mögliche Schäden durch den nebenan errichteten Neubau. Auch sich seit Jahren hinziehende Prozesse um die Weiterleitung/Nichtweiterleitung von Mieteinnahmen wurden zum Thema. All dies hielt die Interessenten nicht davon ab, für ihr Objekt der Begierde zu bieten. Laut Kennern der Immobilienbranche ist es ein Gebäude mit Potenzial.

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