Knotenpunkt: Der Kreisel am Stadion verbindet die Straßen Alme-Aue, Stadionallee und Im Quinhagen. - © Hans-Hermann Igges
Knotenpunkt: Der Kreisel am Stadion verbindet die Straßen Alme-Aue, Stadionallee und Im Quinhagen. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Bauprojekt Hornbach: Sorgen um den Schleichweg Quinhagen

Stadionallee: Anwohner haben Unterschriften gesammelt. Die Stadt prüft im November die Belastung der Straße

Jochem Schulze

Paderborn. Die Planungen für einen Neubau der Baumarktkette Hornbach an der Stadionallee haben bei den Anwohnern der Straße „Im Quinhagen" großes Unbehagen ausgelöst. Die Schloß Neuhäuser befürchten, dass ihre Straße, die von der Schloßstraße im alten Ortskern bis zur Benteler-Arena führt, noch mehr als bereits jetzt als „Schleichweg" genutzt wird. Deshalb haben die Anwohner eine Unterschriftenaktion gestartet. Die Liste mit 90 Namen wurdenun im Technischen Rathaus an Vertreter der Stadtverwaltung übergeben. An der Pontanusstraße hatte die Stadt über den entsprechenden Bebauungsplan „Baumarkt Stadionallee" informiert. Gut zwei Dutzend Betroffene waren gekommen und äußerten ihre Bedenken. Dabei geriet das vorliegende Verkehrsgutachten zum Baumarktneubau immer wieder in die Kritik. Dieses hatte den fünf Knotenpunkten rund um das Areal selbst in Verkaufsspitzenzeiten und bei einem ausverkauften Fußballstadion eine „ausreichende Verkehrsqualität" bescheinigt. Das Gutachten ist nicht vollständig „Das Gutachten ist in der bestehenden Form nicht vollständig. Es bezieht den Verkehr von und zur Stadtverwaltung am Hoppenhof und den kompletten Quinhagen nicht mit ein", sagte ein Anwohner und stellte die Annahmen des Gutachters infrage: „Die Leute fahren nicht so, wie es dort dargestellt wird". Andere Quinhagen-Anlieger wiesen darauf hin, dass etwa 18 Prozent der potenziellen Hornbach-Kunden laut Gutachten aus Schloß Neuhaus kommen werden. Damit würden bei einer Frequenz von bis zu 3.100 Kunden pro Tag etwa 500 Fahrzeuge zusätzlich durch den Quinhagen fahren. Renate Ahrens vom Stadtplanungsamt räumte ein, dass die Bedeutung des Quinhagens von der Verwaltung bislang möglicherweise unterschätzt worden sei. „Wir werden alles unternehmen, um den Verkehr auf dieser Straße nicht weiter zu intensivieren", versprach Ahrens. Sie bedauerte, dass aktuell kein Zahlenmaterial zur Belastung des Quinhagens vorliege. Deshalb wird die Stadt im November eine Verkehrszählung durchführen. Dabei sollen auch die Kennzeichen erfasst werden. Die Anwohner regten an, dann auch den Verkehr auf dem östlichen Teil der Straße Alme-Aue unter die Lupe zu nehmen. Dieser Feldweg zwischen dem neuen Kreisel an der Arena und der Straße am Hoppenhof werde bereits jetzt „wie eine Autobahn" benutzt und mache den Quinhagen als Schleichweg noch attraktiver.

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