Symbolbild. - © picture alliance / Jan Woitas
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Paderborn Neue Stabsstelle beim Bürgermeister soll digitale Leitkommune Paderborn vorantreiben

Auch "Paderborn überzeugt" will einen Experten für das Thema benennen

Peter Hasenbein

Paderborn. Am Dienstag hatte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart bekanntgegeben, dass Paderborn bei der digitalen Modellregion OWL als "Leitkommune" an der Spitze marschieren soll - und schon nimmt das Projekt richtig Fahrt auf. Am heutigen Donnerstag fliegt Bürgermeister Michael Dreier zusammen mit seiner Referentin Christiane Buschin-Heinz und dem NRW-Minister für zwei Tage nach Estland. Der Grund: das kleine baltische Land ist in der europäischen Union eines der Vorreiterländer in Sachen Digitalisierung. Auch der Paderborner Bürgermeister will gleich Gas geben beim Thema Leitkommune: Auf seinen Vorschlag hin könnte eine neue Stabsstelle im Bürgermeisterreferat eingerichtet werden. Diese neue Stelle soll sich speziell um die vielen Aufgaben kümmern, die mit der digitalen Zukunft in Paderborn verknüpft sein werden. Dreier selbst kann dem Rat den Vorschlag heute aufgrund der spontanen Estlandreise freilich nicht unterbreiten. Als "grandios" bezeichnete gestern auf Nachfrage der NW Otto Drohsin die neue Entwicklung. Für den Vorsitzenden der Initiative "Paderborn überzeugt" ist klar, dass der bundesweite Wettbewerb "Digitale Stadt" ganz maßgeblich mit für das positive Image Paderborns gesorgt hat. Bei dem Wettbewerb war Paderborn nach Darmstadt bundesweit auf Platz 2 gelandet. "Damals waren auch in der Paderborner Wirtschaft intensive Gespräche geführt worden. Es gab eine richtige Aufbruchstimmung. Und schon damals war allen Beteiligten klar: Auch wenn wir nicht gewonnen haben, an diesem Thema müssen wir dran bleiben", erinnert sich Drohsin. Ein Vorsatz, der schnell Früchte trägt: Denn seit Minister Pinkwart vor wenigen Wochen in Paderborns Gründerzentrum "Garage 33" einen Scheck übergeben konnte, rissen die Gespräche mit dem Minister und der Paderborner Stadtführung nicht mehr ab, weiß Drohsin. Für den Unternehmer ist aber auch klar, dass die Leitkommune zwar eine "Riesenchance" darstellt, "zugleich aber auch eine Riesenaufgabe": "Hier geht es nicht nur um eine völlig neue Sozial- und Mitarbeiterstruktur in der Verwaltung. Dieser Prozess wird das Zusammenleben in der gesamten Stadt erheblich verändern", ist Drohsin überzeugt. Daher müssten nach seiner Meinung auch "möglichst viele Bürger an dem Prozess beteiligt und mitgenommen werden. Das ist kein rein technisches Thema." Der Bürgermeister möchte eine neue Stabsstelle einrichten, und Otto Drohsin will ebenfalls einen personellen Vorschlag unterbreiten. "Auch bei ,Paderborn überzeugt? sollte sich künftig eine Person ganz besonders um eben dieses Thema Leitkommune kümmern", schlägt Drohsin vor. Als erste Ratsfraktion reagierte bereits die FDP auf die gute Nachricht aus Düsseldorf. "Wir freuen uns über die Entscheidung der neuen Landesregierung. Wir sehen die Entwicklung sowohl als Auszeichnung für die bisher unternommenen Schritte und zugleich als Auftrag, die Kräfte für dieses wichtige Zukunftsprojekt zu bündeln", formuliert Fraktionschef Alexander Senn und Michael Hadaschik, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion ergänzt: "Mit der Düsseldorfer Entscheidung auch die Paderborner Kreisverwaltung und die Stadt Delbrück mit in dieses digitale Modellprojekt einzubeziehen wird deutlich, dass es auf eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ankommen wird: Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbände gehören dazu." Die Verwaltungen sollen bei dem Projekt u.a. das Zusammenspiel mit Bürgern, Wirtschaft und Verbänden auf neue, digitale Füße stellen.

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