Ein Raubtier im Rathaus: Der goldfarbene chinesische Löwe begeisterte mit seinem Tanz zu rhythmischer Musik die Zuschauer im großen Sitzungssaal. In dem detailreich bestickten Kostüm steckten zwei Artisten der Gevelsberger „Shaolin Hung Choy"-Gruppe. - © Svenja Ludwig
Ein Raubtier im Rathaus: Der goldfarbene chinesische Löwe begeisterte mit seinem Tanz zu rhythmischer Musik die Zuschauer im großen Sitzungssaal. In dem detailreich bestickten Kostüm steckten zwei Artisten der Gevelsberger „Shaolin Hung Choy"-Gruppe. | © Svenja Ludwig

Paderborn Auftakt für chinesische Kulturtage in Paderborn

Musik, Tanz und Haute Coûture aus dem Reich der Mitte ziehen viele Besucher zum Erlebnistag ins Rathaus. Die Neuauflage der Veranstaltungsreihe soll wiederholt werden

Svenja Ludwig

Paderborn. Rhythmische Trommelschläge, schrille, metallische Klänge aufeinandertreffender Becken und zwei gigantische, goldfarbene Löwen, die sich in einer Mischung aus Kampf und Tanz dazu bewegen. Das Reich der Mitte ist mit Pauken und Trompeten in das Paderborner Rathaus eingezogen. Nach zehn Jahren Unterbrechung finden erstmals wieder Kulturtage an der Pader statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen, die bis Mittwoch andauern, steht China. "Mit China hat man ja sonst kaum Berührungspunkte", meinte Besucherin Ina Jozefiak. Viel wisse sie über Land und Leute nicht. "Nur das Klischeehafte, was man aus Filmen kennt, und ein bisschen über die sportliche Seite durch meinen Sohn, der Kampfsport macht", gestand die Paderbornerin. Sie sei aber neugierig auf die ferne Lebensweise. Das bunte Spektakel lockte viele Paderborner an und gab einen Vorgeschmack auf ein China fernab von Ente süß-sauer und Billigprodukten. Neben dem Löwentanz, einem Glücksritual, das zu Neujahr oder zu Gebäudeeinweihungen zelebriert wird, präsentiert von der "Shaolin Hung Choy"-Gruppe aus Gevelsberg, waren unter anderem auch ein Jasmintanz und Tai Chi, klassische Musik aus dem Land des Lächelns oder Darbietungen des deutsch-chinesischen Chors zu bestaunen. Ein besonderer Hingucker war zudem die traditionelle Modenschau. Sechs Damen setzten das chinesische Festgewand "Hanfu" in einer anmutigen Choreografie zu fernöstlichen Melodien in Szene. Die Roben aus einem langen Rockteil und einer Art Bluse mit weiten Ärmeln weckten bei Zuschauerin Jun Han Erinnerungen. "Früher in meiner Heimatstadt habe ich solche Kleidung gesehen", berichtete sie. Seit acht Jahren lebt die Chinesin in Deutschland und auch Töchterchen Anna Shyi (3) ist hier geboren. "So hat meine Kleine endlich ein bisschen chinesische Kultur erlebt", sagte Han, "ich freue mich, dass es die jetzt in Paderborn gibt." Neuauflage der Kulturtage "Mit solchen Kulturtagen trägt man dazu bei, dass wir nicht aneinander vorbei leben", sagte Manfred Schlaffer, ehemaliger Kulturmitarbeiter der Stadt und Mitinitiator der Veranstaltungen. Und deshalb solle die Neuauflage der Kulturtage auch "keine Eintagsfliege werden". In den nächsten Tagen folgen Informationsveranstaltungen und Vorträge zu den Themenbereichen chinesische Medizin und Business. Den Abschluss am Mittwoch bildet eine kulinarische Reise im Libori-Eck.

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