Faszination Biene: Hobby-Imkerkursleiterin Simone Vukov erklärt ihrem zehnjährigen Sohn Matthias alles rund um die Wabe. Matthias ist mit Bienen aufgewachsen und schaut seiner Mutter gerne bei der Arbeit zu. - © Mareike Gröneweg
Faszination Biene: Hobby-Imkerkursleiterin Simone Vukov erklärt ihrem zehnjährigen Sohn Matthias alles rund um die Wabe. Matthias ist mit Bienen aufgewachsen und schaut seiner Mutter gerne bei der Arbeit zu. | © Mareike Gröneweg

Paderborn Auch bei Frauen wird das Imkern immer beliebter

Naturschutz: Besonders Menschen unter 40 entdecken das Imkern und treten Vereinen bei. Simone Vukov veranstaltet seit Jahren Hobby-Imkerkurse und beobachtet den Trend

Mareike Gröneweg

Paderborn. Simone Vukov ist Bienenmillionärin. Sie besitzt knapp 20 Völker - ein Volk zählt im Sommer rund 60.000 Bienen. Ihre Leidenschaft für die gestreiften Insekten und ihr Fachwissen gibt Vukov in Hobby-Imkerkursen weiter, die an der biologischen Station Senne stattfinden. In den vergangenen sieben Jahren bildete sie dabei 213 Imker aus. Der nächste Schwung Jungimker steht schon in den Startlöchern, denn vor wenigen Tagen endete der aktuelle Kurs. Seit März lernten die Teilnehmer alles rund um die Biene und zahlten dafür insgesamt 150 Euro. Theorie und Praxis wurden an sieben Samstagen im Jahr vermittelt. Inhaltlich reichte das Programm vom Prüfen der Futtervorräte und Königinnen selbst aufziehen bis hin zu Spätsommerpflege, Bienenkrankheiten und Wachsverarbeitung. Die Erwartungen der Teilnehmer haben sich in den vergangenen Jahren gewandelt, berichtet Vukov. "Früher war die Imkerei eine Männerwirtschaft. In den Kursen heute haben wir jedoch eine hohe Frauenquote." Aber nicht nur Frauen zieht es zum außergewöhnlichen Hobby, sondern insbesondere junge Menschen. Das bemerkt der Paderborner Imkerverein an seinen Mitgliederzahlen, erzählt der Vorsitzende Günther Kley. Seit 2000 habe sich die Mitgliederzahl verdoppelt und insgesamt stark verjüngt. Woher kommt der Trend, besonders in Städten, sich Bienenvölker zu halten und Honig zu schleudern? Vukov erklärt es sich mit der Tendenz zum Umweltbewusstsein. Naturverbundenheit und der Wunsch, etwas für die Umwelt zu leisten, seien bei ihren Hobbykursen ein häufig genannter Motivationsgrund. Ein Teilnehmer habe Vukov vor Kursbeginn sogar gefragt: "Wenn ich das Imkern lerne, wie verändert sich dann mein Leben?" Ihre Antwort: "Sie sehen beispielsweise, was der Regen mit der Pflanzenwelt macht und wie Ihre Bienen darauf reagieren. Sie werden die ganze Natur mit anderen Augen sehen." Bienenfreundliche Gärten Dass der Lebensraum für Bienen knapper wird, merkt Vukov an ihren eigenen Völkern: "Die Landwirtschaft ist bienenfeindlicher geworden. Durch das Spritzen von Pflanzenschutz- und Insektenvernichtungsmitteln leiden die Bienen sehr." Die Monokultur, also das Anpflanzen von nur einer Pflanzenart, sei ein Trend der Landwirtschaft, der den Bienen zu schaffen mache. Örtliche Imkervereine und der deutsche Imkerbund raten zu bienenfreundlichen Gärten, um den Insekten in der Stadt mehr Lebensraum zu bieten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft informiert über den Bienenschutz sogar mit einer Bienen-App und stellt ein Pflanzenlexikon zum Herunterladen bereit. Vukov kritisiert insbesondere Schottergärten, da sie der Biene keinen Lebensraum bieten. "Wer seinen Garten richtig bepflanzt, kann den Bienen ganzjährig ein Buffet anbieten." Sie selbst setze auf einen gesunden Mix im Garten und habe neben Sonnenblumen viele Beerensträucher. Wer keine Lust hat, seinen Garten auf Bienenfreundlichkeit hin zu trimmen, dem empfiehlt Vukov eine Wildblumenwiese zu säen. Biologische Station Senne Nach dem Kurs an der biologischen Station Senne zieht es viele in den Paderborner Imkerverein. Der Verein zählt mittlerweile 80 Mitglieder, die insgesamt 440 Bienenvölker pflegen. Auf dem Vereinsgelände steht ein Schleuderraum für die Honigproduktion und jeden Sonntagmorgen tauschen die Imker ihre Erfahrungswerte rund um die Biene aus. Der nächste Imkerkurs startet mit einem kostenlosen Schnuppertag im März nächsten Jahres an der biologischen Station Senne. Sobald der Termin feststeht, wird er auf der Website veröffentlicht. Für Naturverbundene ein guter Einstieg, um selbst Bienenmillionär zu werden.

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